Neuer Film aus Mexiko ab Oktober 2026 im Kino
Der mexikanische Film »Moscas« kommt im Oktober 2026 in die deutschen Kinos. Er wurde vom mexikanischen Regisseur Fernando Eimbcke inszeniert. Der Film erzählt die Geschichte einer einsamen Frau, die aus finanziellen Gründen ein Zimmer in ihrer Wohnung untervermietet. Als ihr Untermieter heimlich seinen neunjährigen Sohn Cristian mitbringt, verändert sich Olgas geordnetes Leben nach und nach. Der Film verbindet Drama und Komödie und erzählt seine Geschichte mit ruhigen Bildern und feinem Humor.

- Originaltitel: Moscas
- Veröffentlichung: Oktober 2026
- Regie: Fernando Eimbcke
- Besetzung: Teresita Sánchez (Olga), Bastián Escobar (Cristian), Hugo Ramirez (Tulio)
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Synopsis: Zusammenfassung der Filmhandlung
In einem Wohnblock in Mexiko-Stadt lebt Olga zurückgezogen und nach einem festen Tagesablauf. Ihre Zeit verbringt sie mit Sudoku, kleinen Einkäufen und dem Versuch, die lästigen Stubenfliegen aus ihrer Wohnung fernzuhalten.
Als sie aus finanziellen Gründen ein Zimmer vermieten muss, zieht Tulio bei ihr ein. Er ist aus Oaxaca in die Hauptstadt gekommen, um seine Frau im nahegelegenen Krankenhaus zu betreuen. Da auch ihm das Geld fehlt, bringt er heimlich seinen kleinen Sohn Cristian mit in die Wohnung. Als der Junge vor einem Geschäft auf den Spielautomaten »Cosmic Defenders Pro« aufmerksam wird, kreuzen sich die Lebenswege der drei auf unerwartete Weise.
Moscas an der Berlinale 2026
»Moscas – Fliegen und andere Gäste« gehörte zu den Publikumslieblingen im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Regisseur Fernando Eimbcke erzählt mit trockenem Humor und viel Einfühlungsvermögen von Einsamkeit, Verlust und Trauer, aber auch von Liebe, Zusammenhalt und unerwarteten Begegnungen. Mit seinem genauen Blick für Menschen und alltägliche Details erinnert der Film an eine mexikanische Variante des Kinos von Charlie Chaplin. Getragen wird die Geschichte von den überzeugenden Darstellungen von Teresita Sánchez, Hugo Ramírez und Bastian Escobar. Dabei gelingt es dem Film sogar, einem Videospiel eine überraschende emotionale Tiefe zu verleihen: »Cosmic Defenders Pro« wird zu einem der berührendsten Elemente der Geschichte.
Arcade-Spiel Cosmic Defenders Pro
Das Arcade-Spiel »Space Invaders« aus den 80er Jahren spielt im mexikanischen Film eine wichtige Rolle, hier als »Cosmic Defenders Pro«. Was meint der Regisseur Fernando Eimbcke und wie hat es dieses Popkultur-Artefakt in die Geschichte geschafft?
»Ich bin nicht mit Videospielen aufgewachsen, aber in gewisser Weise faszinieren sie mich – auch in Temporada de Patos kamen sie schon vor. Wir haben die Geschichte mit »Space Invaders« im Hinterkopf geschrieben, aber der Szenenbildner Alfredo Wigueras schlug vor, unser eigenes Spiel zu entwickeln – »Cosmic Defenders Pro«, ein völlig neues und eigenständiges Universum, das den Keim für den Höhepunkt der Geschichte bildete. Cristian sollte kein Space Invader sein, sondern ein Cosmic Defender: Ein völlig anderer dramatischer Ansatz, der dann auch das Sounddesign von Javier Umpierrez und die Filmmusik von Camilo Lara geprägt hat. Alle Mitglieder der Crew wurden offiziell zu Cosmic Defenders.«

Regisseur und Schauspieler
Regisseur: Fernando Eimbcke
Fernando Eimbcke zählt zu den bedeutendsten Regisseuren Mexikos und Lateinamerikas. Der in Mexiko-Stadt geborene Filmemacher studierte an der UNAM (Universidad Autónoma de México) und machte 2004 mit seinem ersten Spielfilm Temporada de Patos international auf sich aufmerksam. Der Film feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehörten mehrere mexikanische Filmpreise, unter anderem für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Kamera, den besten Schnitt, den besten Ton und die besten Darsteller. Darüber hinaus wurde Eimbcke in Thessaloniki für seine Regie geehrt, während der Film in Guadalajara als bester Film ausgezeichnet wurde.
Mit Lake Tahoe knüpfte Eimbcke 2008 an diesen Erfolg an. Das Werk wurde im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin erstmals gezeigt und erhielt unter anderem den Silbernen Bären – Preis der Jury. Sein dritter Spielfilm, Club Sandwich, wurde 2013 beim Toronto International Film Festival sowie beim Filmfestival von San Sebastián präsentiert. In San Sebastián erhielt Eimbcke die Auszeichnung für die beste Regie. Sein Werk, Olmo, stellte er schließlich im Panorama der 75. Berlinale vor.
Schauspielerin Teresita Sánchez (Olga)
Teresita Sánchez wurde 1964 in Mexiko-Stadt geboren und ist als Theaterautorin, Schauspielerin, Regisseurin und Musikerin tätig. Im Laufe ihrer Karriere wirkte sie in mehr als 20 Spielfilmen mit, von denen zahlreiche auf nationalen und internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurden.
Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie mehrfach Anerkennung. 2012 wurde sie für ihre Hauptrolle in Verano de Goliat (Regie: Nicolás Pereda) für den mexikanischen Filmpreis Ariel nominiert. Weitere Nominierungen folgten 2019 für La Camarista und 2024 für Tótem, beide unter der Regie von Lila Avilés, sowie 2026 für ihre Nebenrolle in Cocodrilos (Regie: J. Xavier Velasco).
2022 wurde Sánchez für ihre Darstellung in Dos Estaciones (Regie: Juan Pablo González) mit dem Schauspielpreis des Internationalen Filmfestivals Morelia ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie beim Sundance Film Festival den World Cinema Dramatic Special Jury Award.
Schauspieler Hugo Ramirez (Vater Tulio)
Hugo Ramírez ist ein Schauspieler aus dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Seine künstlerische Laufbahn begann 2012 mit der Theatergruppe »Tehuantepec«. Die Produktionen, an denen er beteiligt war, wurden bei renommierten Veranstaltungen in Mexiko und im Ausland gezeigt, darunter das Nationale Theaterfestival, das Internationale Cervantino-Festival in Guanajuato, der argentinische Nationale Theaterkreis sowie Aufführungen in Dallas, Texas.
Neben seiner Theaterarbeit sammelte Ramírez Erfahrungen in verschiedenen Kurzfilmen. Dazu zählt Xquipi (2023) unter der Regie von Juan Pablo Villalobos, der beim Internationalen Filmfestival von Morelia als bester fiktionaler Kurzfilm ausgezeichnet wurde.
Bastian Escobar (Christian)
Bastian Escobar war während der Dreharbeiten zu Moscas neun Jahre alt. Zum ersten Mal kam er mit der Schauspielerei in Berührung, als er gemeinsam mit seiner Mutter an einem kurzfristig organisierten Casting in seiner Heimatstadt Tehuantepec im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca teilnahm. Regisseur Fernando Eimbcke erkannte schnell sein Talent und wusste bald, dass er in ihm den idealen Hauptdarsteller für seinen Film gefunden hatte.

Rezensionen und persönlicher Eindruck
Filmkritiken und Pressestimmen zu Moscas
»Eine Chaplin-Hommage à la mexicana in Schwarz-Weiß, lakonisch komisch und voller Zärtlichkeit.«
Preis der Ökumenischen Jury, Berlinale 2026.
»Fernando Eimbcke trifft in Moscas eine Entscheidung, die heute fast schon aus der Zeit gefallen zu sein scheint: Er geht den Weg des Respekts, er lässt seinen Figuren bei aller Bedrängnis die Möglichkeit zum Lachen und zur Menschlichkeit.«
Otros Cines
»Die Geschichte ist sich voll und ganz bewusst, dass ihre Ausgangslage auf vorhersehbare Entwicklungen hindeutet. Eimbcke scheut sich nicht vor Sentimentalität, doch die emotionale Wahrhaftigkeit und die Leichtigkeit seines Films verhindern, dass er jemals kitschig wird. Der späte Hauch von magischem Realismus im Film, rund um das Cosmic Defenders-Spiel, ist wie eine zärtliche Anerkennung der eigenen Art und Weise, wie Kinder Trauer verarbeiten.«
The Hollywood Reporter
»Moscas ist ein Film, der nur auf den ersten Blick einfach wirkt. Er handelt von Trauer, aber auch von der Prekarität des Alltags. Eimbcke muss diese soziale Dimension nicht extra hervorheben. Er erzählt von Menschen, die nicht wissen, wie sie um Hilfe bitten sollen, und solchen, die noch nicht wissen, wie sie Abschied nehmen sollen. Er tut dies mit Humor, Präzision und einem absoluten Vertrauen in die Stille.«
Rolling Stone Mexico
Unser persönlicher Eindruck
Wir schätzen an »Moscas – Fliegen und andere Gäste« besonders, wie Fernando Eimbcke aus einer unscheinbaren Begegnung eine berührende Geschichte über Einsamkeit und Menschlichkeit entwickelt. Die ruhigen Schwaz-Weiss-Bilder verleihen dem Film eine besondere Atmosphäre und lassen uns ganz in die Welt der Figuren eintauchen. Besonders die Beziehung zwischen der verschlossenen Olga und dem neugierigen Cristian hat uns berührt, weil sie sich ohne große Worte und dramatische Gesten entwickelt.
Wir mögen den feinen Humor und die kleinen Alltagsmomente, die dem Film trotz seiner ernsten Themen eine gewisse Leichtigkeit verleihen. Die zurückhaltende Erzählweise macht den Film für uns besonders authentisch. Insgesamt ist Moscas für uns ein stiller, warmherziger Film, der zeigt, wie unerwartete Begegnungen unser Leben verändern können.
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Fotos mit freundlicher Genehmigung von Pffl Medien.












