Der Bergriese zwischen Veracruz und Puebla
Der Pico de Orizaba oder Citlaltépetl wie der Vulkan in der indigenen Sprache Nahuatl heisst, liegt zwischen den Bundesstaaten Puebla und Veracruz. Der Vulkan ist mit rund 5636 m der höchste Berg in Mexiko. Die Besteigung des Pico de Orizaba gilt als anspruchsvolle Hochgebirgstour und die Expedition ist nur für geübte und gut trainierte Berggänger empfehlenswert.
Mexikos höchste Berge
| Pico de Orizaba (Citlaltépetl) | 5636 m | Puebla und Veracruz |
| Popocatépetl | 5426 m | Puebla und Estado de México |
| Iztaccíhuatl | 5230 m | Puebla und Estado de México |
| Nevado de Toluca | 4680 m | Estado de México |
| La Malinche | 4461 m | Tlaxcala und Puebla |
Der Vulkan Popocatépetl ist zwar der bekannteste Berg Mexikos, aber eben nicht der höchste Gipfel des Landes. An erster Stelle steht der Pico de Orizaba (Citlaltépetl) mit rund 5636 Metern. Dann folgt der aktive Vulkan Popocatépetl mit etwa 5426 Metern. Er hat durch seine Nähe zu Mexiko-Stadt und seine regelmäßige Aktivität weltweite Bekanntheit erlangt. Der benachbarte Iztaccíhuatl erreicht rund 5230 m und beeindruckt mit seinen markanten, schneebedeckten Gipfelformen. Weitere bedeutende Gipfel sind der Nevado de Toluca mit etwa 4680 m und La Malinche mit 4461 m.

Geografie, Geologie und Vulkanologie
Der Pico de Orizaba befindet sich im Osten Mexikos, etwa 200 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt. Sein Gipfel liegt genau auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Puebla und Veracruz. Der Vulkanriese liegt an einer geografisch einzigartigen Schnittstelle Mexikos: Hier geht die trockene Hochebene in die feuchteren und tiefer gelegenen Regionen an der Golfküste über.
Geologisch gehört der Berg zur Transmexikanischen Vulkangürtel (Eje Neovolcánico Transversal), einer Zone intensiver vulkanischer Aktivität, die sich quer durch Mexiko von der Pazifikküste bis zum Golf von Mexiko erstreckt. In dieser Region befinden sich einige der bekanntesten Vulkane des Landes, darunter der Popocatépetl, der Iztaccíhuatl und der Nevado de Toluca. Der Pico de Orizaba ist dabei der östlichste große Vulkan dieser Kette. Obwohl der Vulkan heute als ruhend gilt, ist er nicht erloschen. Sein letzter bestätigter Ausbruch ereignete sich im 19. Jahrhundert, seither wurden keine neuen vulkanischen Aktivitäten mehr registriert.
Der heutige Gipfelbereich liegt innerhalb des Parque Nacional Pico de Orizaba, eines Schutzgebietes, das die Hochgebirgslandschaften rund um den Vulkan bewahrt. Die Hänge des Berges durchqueren mehrere Klimazonen: Von Kiefern- und Tannenwäldern in den tieferen Regionen führen sie hinauf zu alpinen Graslandschaften und schließlich in die eisige Hochgebirgswelt oberhalb der Schneegrenze.

Größter Gletscher Mexikos
Der Pico de Orizaba beherbergt die größten Gletscher Mexikos und ist einer der wenigen Berge des Landes, auf denen ganzjährig Eis erhalten geblieben ist. Der bekannteste ist der Jamapa-Gletscher, der sich an der Nordflanke des Vulkans erstreckt und zugleich die wichtigste Route für Bergsteiger zum Gipfel bildet. Wie viele Gletscher weltweit hat auch der Jamapa-Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten durch den Klimawandel deutlich an Fläche und Mächtigkeit verloren.
Geschichte und Bedeutung
Der Pico de Orizaba ist seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen Mexikos und besitzt sowohl eine geologische als auch eine kulturelle Bedeutung. Lange vor der Ankunft der Spanier verehrten die indigenen Völker den mächtigen Vulkan als heiligen Berg und brachten in seinen Hochlagen Opfergaben dar. Sein ursprünglicher Name Citlaltépetl stammt aus der Nahuatl-Sprache und setzt sich aus den Wörtern citlalli (Stern) und tepetl (Berg) zusammen. Die Bezeichnung »Sternenberg« verweist auf den schneebedeckten Gipfel, der bei klarem Wetter schon aus großer Entfernung wie ein heller Stern über der Landschaft erscheint.
Während der Kolonialzeit diente der markante Vulkan als wichtiger Orientierungspunkt auf der Handelsroute zwischen der Hafenstadt Veracruz und dem Hochland Zentralmexikos. Heute ist der Pico de Orizaba ein lohnenswertes Ziel für Bergsteiger aus aller Welt.
Besteigung des Pico de Orizaba
Die Besteigung des Pico de Orizaba gilt als anspruchsvolle Hochgebirgstour und setzt eine gute Kondition sowie eine sorgfältige Akklimatisation voraus. Die meisten Alpinisten wählen die Jamapa-Route an der Nordflanke, die technisch als vergleichsweise einfach gilt, aufgrund der Höhe, der Kälte und der vergletscherten Passagen jedoch keinesfalls unterschätzt werden darf.
Der Aufstieg beginnt meist an der Berghütte Piedra Grande auf rund 4260 m und erfolgt in den frühen Morgenstunden, um stabile Wetter- und Schneeverhältnisse zu nutzen. Die beste Zeit für eine Besteigung liegt in der Trockenzeit zwischen November und März, wenn Niederschläge seltener sind und die Sicht meist am besten ist.

Ablauf der Besteigung
Die Trekking Touren starten meist in der Ortschaft Tlachichuca (2600 m), welche von Orizaba oder der Bundeshauptstadt Puebla aus erreichbar ist. Hier gibt es einige Hotels und andere Unterkünfte, teilweise von den Agenturen selbst betrieben.
Am nächsten Tag geht es dann mit einem 4×4 Fahrzeug auf einer kurvenreichen Straße in die Ortschaft Hidalgo (3400 m) hoch und weiter zum Base Camp bei der Piedra Grande Hütte (4260 m). Die Hütte ist für 40-60 Leute konzipiert und sehr einfach, einige Trekker bezeichnen sie gar als schmuddelig (Schlafsack erforderlich). Im Umkreis der Hütte kann alternativ auch campiert werden. Etwa 500 m von der Hütte entfernt gibt es Wasser, welches jedoch zuerst purifiziert oder abgekocht werden muss.
Für den folgenden Tag sollte eine Akklimatisations-Wanderung eingeplant werden, mit erneuter Übernachtung im Base Camp.
Der Gipfelaufstieg beginnt schon frühmorgens und erfolgt über den Jamapa-Gletscher. Je nach Kondition brauchst du dafür sechs bis acht Stunden. Bei passendem Wetter hat man vom Gipfel des Pico de Orizaba prächtige Ausblicke auf die weitläufige Sierra Madre und bis auf den Golf von Mexiko.
Es folgt der Abstieg zur Hütte von Piedra Grande und danach die Fahrt mit dem Fahrzeug zurück nach Tlachichuca.

Lokale Guides und Veranstalter
Viele Bergsteiger organisieren die Tour mit einem lokalen Guide oder über spezialisierte Veranstalter in den Städten Tlachichuca, Ciudad Serdán oder Orizaba, die als wichtigste Ausgangspunkte für den Aufstieg gelten. Geführte Touren beinhalten häufig den Transport zur Hütte Piedra Grande, die Übernachtung, Verpflegung sowie die notwendige Gletscher- und Sicherheitsausrüstung.
Besonders für Berggänger ohne Erfahrung in großer Höhe oder auf vergletschertem Gelände ist ein ortskundiger Guide empfehlenswert, da sich Wetter- und Schneeverhältnisse am Pico de Orizaba rasch ändern können. Lokale Bergführer kennen zudem die aktuellen Bedingungen auf der Jamapa-Route und tragen wesentlich zu einer sicheren und gut organisierten Besteigung bei.
Link-Empfehlung
Eine gute Informationsquelle für die Besteigung des Pico de Orizaba ist der folgende, englischsprachige Beitrag auf summmitpost.org
Provinzstadt Orizaba
Die Provinzstadt Orizaba liegt im Osten Mexikos, zwischen Mexico City und Veracruz, am Fuße des gleichnamigen Vulkans. Gepflegte Parks, historische Gebäude und eine lebendige Altstadt verleihen ihr ein besonderes Flair. Dank ihrer Lage ist Orizaba ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark sowie für Besteigungen des Pico de Orizaba. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen die Seilbahn Teleférico de Orizaba, der Aussichtspunkt Cerro del Borrego und der malerische Río Orizaba.

Trekking und Wanderungen in Mexiko
- Besteigung Nevado de Colima
- Trekking durch die Sierra Madre
- Nationalpark Popocatépetl und Iztaccíhuatl
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