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Völker, Zivilisationen und Hochkulturen in Mexiko

Völker, Zivilisationen und Kulturen in Mexiko

Zeitachse der wichtigsten Völker und Hochkulturen in Mexiko.

Ureinwohner Mexikos

Indigene Völker und Kulturen

Verschiedene Hochkulturen lebten und prägten Mexiko über einen Zeitraum von etwa 3000 Jahren. Einige Völker existierten gleichzeitig, trieben Handel miteinander und es fand ein reger kultureller Austausch statt. Andere Völker und Stämme bekriegten sich und durch Gebietseroberungen vermischten sie sich oder formten zusammen die nächste Generation von Volksgruppe. Die Zivilisationen waren sich in vielen Hinsichten ähnlich und beeinflussten sich gegenseitig auf den Gebieten der Landwirtschaft, Astrologie, Religion, Kunst, Architektur u.v.m. Bis zum verhängnisvollen Auftauchen der spanischen Truppen unter dem Kommando von Hernán Cortés und der Eroberung von Mexiko. Die weissen Besatzer schleppten Krankheiten und Seuchen ein und zwangen die Urbevölkerung zum christlichen Glauben.

Aus der Vermischung der Spanier und der indigenen Mexikaner ergaben sich die Mestizen. Doch auch heutzutage gibt es noch indigene Gruppen, welche ihre traditionelle Lebensweise und Gebräuche bewahrt haben. Sie tragen zwar ihre Stammeskleidung meist nicht mehr öffentlich oder nur zu speziellen Veranstaltungen. Rund 10% der Bewohner Mexikos, also ca. 10 Millionen Leute, gehören einer Indio-Sprachgruppe an. Nahuatl, die Sprache der Azteken, ist dabei die meist gesprochene Sprache. Die bekanntesten Stammesgruppen sind die Maya auf der Halbinsel Yucatán und in Chiapas, die Mixteken und Zapoteken in der Region von Oaxaca, die Huasteken in den Bundesstaaten San Luis Potosi und Veracruz, die Tarasken oder Purépecha in Michoacán und das Volk der Huicholes in Jalisco und Nayarit. Diese Volksgruppen prägen weiterhin das Leben und die Kultur in Mexiko.

Olmeken (1200 bis 300 vor Chr.)

Die Olmeken waren eine der frühsten Hochkulturen Mexikos mit einem beachtlichen Einfluss auf ihre Nachbaren und Nachfahren. Das vor allem entlang der Küste am Golf von Mexiko lebende Volk hat ihre Blütezeit zwischen 1200 - 300 vor Christus. In jener Zeit hatten sie bereits einen Kalender entwickelt wandten ihre eigene Schrift an. Die Olmeken bleiben uns jedoch in besonderer Erinnerung wegen ihrer Fertigkeit als Meister in der Verarbeitung von Skulpturen. Auf Flössen schafften sie riesige Steinblöcke heran, aus denen sie die kolossalen Steinköpfe meisselten. Dies können heute unter anderem im archäologischen Park in La Venta bei Villahermosa bestaunt werden.

Maya (1250 bis 1520)

Das Volk der Maya hatte kein zentralisiertes Reich, sondern bestand aus unabhängigen Stadtstaaten. Sie entwickelten genaue astronomische Kenntnisse mit einem komplexen Kalendersystem. Die Schrift der Maya war eine der fortschrittlichsten aller mesoamerikanischen Völker. Sie nutzten Hunderte verschiedener Glyphen um geschichtliche Ereignisse festzuhalten. Entgegen früherer Annahmen, die Maya seien ein friedliches Volk gewesen, weiss man heute, dass sie ebenfalls intensive Kriege führten und Menschenopfer darbrachten.

Zapoteken (600 vor Chr. bis 800 nach Chr.)

Im südlichen Hochland Mexikos entwickelten sich die Zapoteken zu einem angesehenen Volk. Ihre glorreichste Periode lag um das Jahr 200 vor Christus, als sie die monumentale Stadt Monte Albán mit ihren Pyramiden, Tempel und Ballspielplätzen erbauten. Der Besuch der archäologischen Stätte ist eines der Highlights in der Region von Oaxaca.

Mixteken (800 bis 1500)

Die Mixteken übernahmen von den Zapoteken die Macht über Monte Albán und das südliche Hochland. Später wurde die Region von den Azteken eingenommen und dann von den Spaniern kontrolliert.

Teotihuacán (150 bis 750)

Nördlich des heutigen Mexiko City hatte sich die Zivilisation Teotihuacán etabliert. Als erste grosse Zeremonalstadt in Zentralmexiko wohnten in der Blütezeit um 400 - 500 nach Christus gegen 125'000 Bewohner in Teotihuacán. Entlang der Prachtsstrasse würden Paläste und Tempel angelegt. Die herausragendsten Strukturen sind die Sonnenpyramide und Mondpyramide. Im 8. Jahrhundert erlebte die Stadt einen langsamen Niedergang und wurde schlussendlich von eindringenden Nomaden niedergebrannt und dann aufgegeben.

Tolteken (850 bis 1200)

Nach dem Untergang von Teotihuacán verteilte sich die Mach auf verschiedene Städte wie Xochicalco südlich von Mexiko-Stadt und Tula, die Hauptstadt der Tolteken. Sie führten gegen ihre Nachbarn Krieg, um ihr Reich zu vergrössern. Der toltekische Kult der gefiederten Schlange, Quetalcoátl, wurde auch von den Azteken und Maya übernommen. Wahrscheinlich waren die Tolteken ins Stammland der Maya ausgewandert oder unternahmen Eroberungsfeldzüge im südlichen Mexiko. Maya-Städte wie Uxmal und vor allem Chichén Itzá weisen architektonisch typische Merkmale der Tolteken aus. Man nimmt an, dass die Azteken sie schlussendlich besiegten.

Azteken (1220 bis 1521)

Das letzte grosse Reich in Mexiko war dasjenige der Azteken, unter ihren charismatischen Anführern Moctezuma II und Cuauhtémoc. Nach den bescheidenen Anfängen als Nomadenvolk, etablierte sich das auch Mexica genannte Volk bei Texcoco auf einem See. Ihre prachtvolle Hauptstadt war Tenochtitlán. Auf Eroberungsfeldzügen unterwarfen sie die umliegenden Völker im zentralen Hochtal von Mexiko, bis an den Golf von Mexiko und bis Guatemala. 1519 landete Hernán Cortés mit gegen 500 Soldaten an der mexikanischen Küste. Der aztekische Herrscher Moctezuma glaubte die Spanier wären heimkehrende Götter und hiess sie zuerst willkommen. Erst nach dem Tod Moctezmas entfachten die Kämpfe. Trotz erbittertem Widerstand fiel die Hauptstadt Tenochtitlán zwei Jahre später und das Reich der Azteken war damit endgültig besiegt.