Mexikanische Nationalmannschaft und ihre Heim-WM
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft fand 1986 zum zweiten Mal in Mexiko statt. Weltmeister wurde Argentinien, welche in einem packenden Final die deutsche Nationalmannschaft mit 3:2 besiegte. Überragende Figur war dabei Diego Armando Maradona, der sein Team als Kapitän anführte und als bester Spieler der WM ausgezeichnet wurde. Die mexikanische Nationalelf schaffte es bis ins Viertelfinale, wo sie an Deutschland scheiterte.
- WM-Tunier: 31. Mai bis 29. Juni 1986
- Weltmeister: Argentinien
- Finalspiel: Argentinien – Deutschland 3:2, Azteken-Stadion, Mexiko-Stadt
- Torschützenkönig: Gary Lineker (England) mit 6 Treffer
- Bester Spieler: Diego Armando Maradona (Argentinien)
- Bester Nachwuchsspieler: Enzo Scifo (Belgien)
- Spielball: Adidas Azteca
- Maskottchen: Pique
Vergabe der WM
Bereits 1974 wurde auf dem FIFA-Kongress beschlossen, dass Kolumbien die Weltmeisterschaft 1986 austragen solle. Kein Wunder, war es doch der einzige Bewerber.
Vier Jahre später entschied sich das gleiche Gremium zur Aufstockung des WM-Turniers von 16 auf 24 Mannschaften. Wegen der somit gestiegenen Anforderungen, den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, sowie den nationalen Konflikten durch den Drogenhandel und die Guerilla, musste Kolumbien 1982 Forfait erklären und sich als Austragungsort zurückziehen.
Gastgeberland Mexiko
Mexiko sprang ein und wurde 1983 als neuer Gastgeber gewählt. In nur drei Jahren gelang es dem mexikanischen Organisationskomitee das Turnier aufzugleisen. Mexiko wurde somit als erstes Land überhaupt zum zweiten Mal Austragungsort.

Maskottchen Pique
Das Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko hieß Pique. Es stellte eine grüne Jalapeño-Chili dar, die typisch für die mexikanische Küche ist. Pique trug einen großen Sombrero mit der Aufschrift »Mexico 86« und hatte einen schwarzen Schnurrbart. Damit erinnerte die Figur bewusst an gängige mexikanische Klischees, die international leicht wiedererkannt wurden.
Der Name »Pique« spielt auf die Schärfe der Chili an und steht sinnbildlich für Temperament, Leidenschaft und Lebensfreude der Mexikaner. Das Maskottchen sollte die kulturelle Identität Mexikos zeigen und zugleich humorvoll und sympathisch wirken.
Mexikanische Fussballstadien
Die WM wurde in 12 Stadien in 9 Städten ausgetragen:
| STADT | STADION | KAPAZITÄT (1986) |
|---|---|---|
| Mexiko-Stadt | Estadio Azteca | 115’’000 |
| Mexiko-Stadt | Estadio Olimpico Universitario | 72’000 |
| Mexiko-Stadt (Ciudad Neza) | Estadio Neza 86 | 35’000 |
| Guadalajara | Estadio Jalisco | 66’000 |
| Guadalajara | Estadio 3 de marzo | 30’000 |
| Monterrey | Estadio Universitario | 44’000 |
| Monterrey | Estadio Tecnológico | 34’000 |
| Puebla | Estadio Cuauthémoc | 46’000 |
| Toluca | Estadio Nemesio Diez | 33’000 |
| Querétaro | Estadio La Corregidora | 39’000 |
| Irapuato | Estadio Sergio León Chávez | 31’000 |
| Léon | Estadio Nou Camp | 31’000 |

WM-Turnier 1986
WM-Qualifikation der deutschsprachigen Teams
Deutschland spielte in der Qualifikationsgruppe 7 zusammen mit Portugal, Finnland, Schweden und Malta. Die Mannschaft dominierte die Gruppe und zeigte ihre typische Konstanz, insbesondere in der Defensive. Mit nur einem Unentschieden und ansonsten Siegen sicherte sich Deutschland klar den ersten Platz der Gruppe. Damit war die Qualifikation frühzeitig abgeschlossen, und das Team reiste als einer der Favoriten zur Fußball-WM nach Mexiko.
Die Schweiz war in der UEFA‑Gruppe 6 der WM‑Qualifikation 1986 zusammen mit Dänemark, der Sowjetunion, Irland und Norwegen und belegte am Ende einen mittleren Tabellenplatz. Österreich spielte in der Gruppe 5 und scheiterte dort ebenfalls knapp an der Qualifikation, weil Ungarn und die Niederlande am Ende besser platziert waren. Insgesamt reichten die Ergebnisse der Schweiz und Österreich nicht aus, um ein WM‑Ticket zu erreichen, weshalb beide Teams nicht bei der WM 1986 dabei waren.
Gruppeneinteilung und Rangliste nach Vorrunde
| GRUPPE A | GRUPPE B | GRUPPE C |
|---|---|---|
| Argentinien | Mexiko | Sowjetunion |
| Italien | Paraguay | Frankreich |
| Bulgarien | Belgien | Ungarn |
| Südkorea | Irak | Kanada |
| GRUPPE D | GRUPPE E | GRUPPE F |
|---|---|---|
| Brasilien | Dänemark | Marokko |
| Spanien | Deutschland | England |
| Nordirland | Uruguay | Polen |
| Algerien | Schottland | Portugal |
Superstar Diego Armando Maradona wird zur Legende
Diego Maradona prägte die Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko wie kaum ein anderer Spieler zuvor. Er führte Argentinien als Kapitän zum Titel und war das klare Zentrum des gesamten Turniers. Maradona erzielte fünf Tore und bereitete ebenso viele vor. Viele Angriffe liefen ausschließlich über ihn.
Zuerst erzielte er das Tor, das später als »Hand Gottes« bekannt wurde. Kurz danach folgte ein Solo über fast das halbe Spielfeld, das oft als das schönste WM-Tor aller Zeiten bezeichnet wird. In diesem Spiel zeigte sich seine ganze Widersprüchlichkeit. Genie und Regelbruch lagen eng beieinander.
Auch in den folgenden Spielen war Maradona entscheidend. Im Halbfinale gegen Belgien erzielte er beide Tore selbst. Im Finale gegen Deutschland setzte er mit einem genialen Pass den entscheidenden Angriff zum Sieg in Gang.
Seine Leistung ging weit über Tore hinaus. Er trieb das Team an, übernahm Verantwortung und spielte trotz harter Fouls fast unbeirrt weiter. Viele Mitspieler galten als solide, aber nicht weltklasse. Maradona machte sie stärker.
Durch dieses Turnier wurde Maradona endgültig zur Legende. In Argentinien gilt er bis heute als nationale Ikone. Für viele Menschen verkörperte er Stolz, Rebellion und Hoffnung. Besonders der Sieg gegen England hatte auch eine politische Bedeutung, da der Falklandkrieg noch sehr präsent war.
In Mexiko selbst wird Maradona ebenfalls verehrt. Viele Fans verbinden die WM 1986 mit Hitze, Emotionen und seinem außergewöhnlichen Talent. Sein Auftritt bei dieser Weltmeisterschaft begründete seinen weltweiten Kultstatus und machte ihn zu einer der prägendsten Figuren der Fußballgeschichte.

Unvergessliches WM-Spiel: Argentinien vs England
Das Viertelfinale zwischen Argentinien und England bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko zählt zu den berühmtesten Spielen der Fußballgeschichte. Austragungsort war das Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, ein Stadion voller Symbolkraft.
Die erste Halbzeit blieb torlos, doch nach der Pause rückte Diego Maradona endgültig ins Zentrum des Geschehens. In der 51. Minute sprang er nach einem hohen Ball gemeinsam mit dem englischen Torhüter hoch und lenkte den Ball mit der linken Hand ins Tor. Das Tor wurde als »Hand Gottes« bekannt. Der Schiedsrichter erkannte das Handspiel nicht an. Maradona erklärte später, das Tor sei »ein bisschen mit dem Kopf und ein bisschen mit der Hand Gottes« erzielt worden. Dieses Zitat machte das Tor weltberühmt und bis heute ist es umstritten.
Nur vier Minuten später folgte der Moment, der das Spiel und das WM-Turnier unsterblich machte. Maradona nahm den Ball in der eigenen Hälfte auf und startete einen unglaublichen Sololauf. Er umspielte mehrere englische Spieler, ließ auch den Torhüter stehen und schob den Ball ins Tor. Dieses Tor wurde später von der FIFA als bestes Tor der WM 1986 ausgezeichnet und gilt für viele als das schönste Tor der WM-Geschichte insgesamt.
England gelang durch Gary Lineker noch der Anschlusstreffer, doch Argentinien brachte den 2:1-Sieg über die Zeit. Maradona hatte das Spiel praktisch allein entschieden. Dieses Viertelfinale begründete endgültig seinen Legendenstatus und machte die WM 1986 zu »seiner« Weltmeisterschaft.
Finalspiel WM 1986: Argentinien vs Deutschland
Das Finale der Weltmeisterschaft fand am 29. Juni 1986 zwischen Argentinien und Deutschland statt. Die Argentinier hatten zuvor im Halbfinal Belgien bezwungen und die deutsche Nationalmannschaft setzte sich gegen Frankreich durch. Der würdige Schauplatz des Finalspiels war das legendäre Azteken-Stadion (Estadio Azteca) in Mexiko-Stadt, mit rund 115’000 begeisterten Zuschauern.
Anfänglich sah es nach einem ungefährdeten Sieg der Südamerikaner aus, gingen sie doch mit zwei Toren in Führung. Bis die deutsche Nationalelf in der letzten Phase des Spiels innerhalb von sieben Minuten auch noch zwei Tore durch Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler gelang.
Große Spieler entscheiden große Spiele. So war es auch 1986 in Mexiko. Der unvergleichliche Diego Armando Maradona schob kurz vor Schluss einen traumhaften Pass zu seinem Mitspieler Jorge Burrachaga, der das alles entscheidende Tor zum 3:2 Sieg schoss. Argentinien wurde Weltmeister und Maradona im Fußball-Olymp verewigt.

Mexikanische Nationalmannschaft
WM-Kader 1986
Trainer
Bora Milutinovic (Serbien)
Torhüter
Pablo Larios (Cruz Azul), Ignacio Rodriguez (Atlante), Olaf Heredia (Tigres)
Abwehrspieler
Mario Trejo (América), Fernando Quirarte (Guadalajara), Armando Manzo (América), Carlos Muñoz (Tigres), Raul Servin (Pumas), Rafael Amador (Pumas)
Mittelfeld
Carlos de los Cobos (América), Miguel España (Pumas), Alejandro Dominguez (América), Tomas Boy (Tigres), Javier Aguirre (Atlante), Felix Cruz (Pumas), Cristobal Ortega (América), Manuel Negrete (Pumas)
Stürmer
Hugo Sánchez (Real Madrid), Carlos Hermosillo (América), Francisco Cruz (Monterrey), Luis Flores (Pumas), Javier Hernández (Tecos)
Vorrunde
- Mexiko – Belgien 2:1
- Mexiko – Paraguay 1:1
- Mexiko – Irak 1:0
Mexiko trug alle Spiele der Vorrunde vor jeweils über 100’000 Zuschauern im Azteken-Stadion aus. Die mexikanische Nationalmannschaft erfüllte seine Pflicht und holte den Gruppensieg in der Gruppe B, ohne dabei zu brillieren.
Im ersten Spiel besiegten die Mexikaner das Team aus Belgien mit 2:1. Als Torschützen ließen sich der Kapitän Tomas Boy und der mexikanische Stürmerstar Hugo Sánchez feiern.
Gegen Paraguay resultierte nur ein 1:1 Unentschieden. Dabei verschoss Hugo Sánchez in der letzten Minute einen umstrittenen Penalty.
Nur einen knappen 1:0 Sieg gab es gegen den WM-Neuling Irak. Hugo Sánchez war wegen zweier gelber Karten gesperrt.
Achtelfinale
- Mexiko – Bulgarien 2:0
Eine Welle der Begeisterung erfasste die 114’000 Fans im Estadio Azteca, als Manuel Negrete kurz vor der Halbzeitpause den verdienten Führungstreffer erzielte. Er drosch den Ball volley mit einem zirkusreifen Scherenschlag in Netz. Sein Tor wurde von vielen Experten als schönstes Tor der Weltmeisterschaft 1986 betitelt. Schlussendlich machte sein Mitspieler Raul Severin das erlösende 2:0 und sicherte Mexiko das Weiterkommen.
Viertelfinale
- Mexiko – Deutschland 0:0 (1:4 im Penaltyschiessen)
Kaum einer hatte der deutschen Nationalmannschaft was zugetraut bei der Weltmeisterschaft 1986. Und nun standen die Spieler im Viertelfinale gegen die Gastgeber aus Mexiko. Gänsehautstimmung pur im ausverkauften Estadio Universitario in der im Norden gelegenen Wirtschaftsmetropole Monterrey. Nur Tore wollten keine fallen. Auch während der Verlängerung blieb es torlos und das Elfmeterschießen musste entscheiden.
Allofs, Brehme, Matthäus, alle getroffen. Bei den Mexikanern war nur Negrete erfolgreich, Quirarte und Servin scheiterten am Torwart Harald Schumacher. Pierre Littbarski legte den Ball auf den Elfmeterpunkt für den alles entscheidenden Penalty – und traf. Deutschland stieß ins Halbfinale vor, später sogar ins Finale.
Die mexikanischen Spieler und eine ganze Nation hingegen waren am Boden zerstört. Aus der Traum vom großen WM-Coup im eigenen Land vor den eigenen Fans.










