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Mexikanischer Künstler José Clemente Orozco

Mural Hombre de Fuego von José Clemente Orozco

Das bekannte Mural "Hombre de Fuego" oder "Hombre en Llamas" von José Clemente Orozco im Instituto Cultural Cabañas in Guadalajara.

Wandbilder des Muralismo als Lebenswerk

Der Muralist mit Feuer

José Clemente Orozco (1883-1949) gehört zusammen mit Diego Rivera und David Siqueiros zu den grossen Drei, Los Tres Grandes, den bekanntesten mexikanischen Künstler der Nachrevolutionszeit. Ein Maler voller tragischer Leidenschaft, ein Skeptiker und Satiriker bewaffnet mit Malpinsel. José Clemente Orozco gilt als Wegbereiter der Weiterentwicklung der modernen Freskenmalerei zum mexikanischen Muralismo. Als Muralismus bezeichnet man Wandmalerei im öffentlichen Raum, meist mit nationalen, historischen und sozialkritischen Motiven.

Der in Jalisco gebürtige Orozco studierte in Mexiko-Stadt Architektur, doch als er bei einem Unfall seine linke Hand verlor, brach er das Studium ab um sich seiner wahren Passion, der Kunst zu widmen. Als kritischer Karikaturist schaffte er sich schon in jungen Jahren einen Namen. Negative Reaktionen zu einer Ausstellung über Prostituierte und Zuhälter in den Slums von Mexiko-Stadt bewogen den Künstler sein Land vorübergehen zu verlassen und sich in San Francisco und New York niederzulassen.

Nach mehreren unglücklichen Jahren in der Ferne, wurde er von der mexikanischen Regierung ermuntert, öffentliche Gebäude in Mexiko-Stadt mit Murales, riesigen Wandgemälden zu bemalen. Es entstanden erste beeindruckende Werke, die die Schrecken des Krieges der mexikanischen Revolution, politische und gesellschaftliche Themen darstellten.

Nationalheld Miguel Hidalgo

Nach einem weiteren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten und in Europa, kehrte Orozco 1934 sehr inspiriert und triumphierend zurück in sein Heimatland. Es entstanden seine bedeutendsten Kunstwerke des Muralismo, mit seiner ausgereiften, unverkennbaren Technik mit scharfen Rottönen, kontrastierend mit einem strengen Schwarz.

Im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt malte José Clemente Orozco das Mural Katharsis. In Guadalajara schuf er im Palacio de Gobierno das monumentale Porträt des Priesters Miguel Hidalgo, dem Freiheitskämpfer der mexikanischen Unabhängigkeit. Ebenfalls in Guadalajara, im Hospicio Cabañas, entstand sein Meisterwerk, 53 verschiedene und doch zusammenhängende Wandbilder stellen die Spanische Eroberung Mexikos dar. Eine faszinierende Stilmischung von mexikanischen Traditionen und futuristischen Elementen. Das in die rundliche Kuppeldecke der Kapelle des Hospicio Cabañas errichtete Kunstwerk Hombre de Fuego gilt als die Kulmination seines künstlerischen Schaffens.