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Geschichte der Azteken-Zivilisation

Geschichte der Azteken-Zivilisation

Von einem einfachen, nomadisierenden Volk, sind die Mexica zum mächtigen Azteken-Reich gewachsen, welches sich den europäischen Eroberern um Hernán Cortés stellen musste.

Etablierung der Azteken-Herrschaft

Tenochtitlán - Hauptstadt des Aztekenreichs

Aztekische Hauptstadt Tenochtitlán

Geschäftiges Leben der Azteken in der Hauptstadt Tenochtitlán.

Tenochtitlán war anfangs eigentlich nur ein bescheidenes Dorf der Mexica, wie die Azteken ebenfalls genannt wurden. Unter den weitsichtigen Herrscher wurde die Stadt jedoch rasch ausgebaut und blühte richtiggehend auf. Die Azteken wurden immer mächtiger und ihr Einfluss dehnte sich immer weiter aus. Einerseits durch Handelsbeziehungen mit anderen Völkern und durch gezielte Heiraten, anderseits durch Eroberungskriege. Die Dreierallianz der Stadtstaaten Tenochtitlán, Texcoco und Tlacopan sicherte sich die Vorherrschaft rund um den Texcoco-See und im ganzen Hochtal Mexikos.

Aztekenkrieger

Aus einer schlecht bewaffneten Horde hatte sich eine stattliche Armee geformt, mit den hoch angesehenen und gefürchteten Jaguar- und Adlerkrieger als Elitetruppen. Je grösser die Verdienste eines aztekischen Kriegers, umso reicher war er geschmückt und besser bewaffnet. Gekämpft wurde mit Schwertern mit Obsidianklingen, Schleudern, Keulen und Speeren, sowie Schildern zum Schutz. Nur schon das Aussehen mit Kriegsbemalung und Tiermasken, sowie das markerschütternde Kriegsgeschrei soll die Feinde mächtig eingeschüchtert haben.

Eroberungsfeldzüge

Die Azteken dehnten ihr Gebiet mithilfe ihrer Armee immer weiter aus. In nicht einmal 100 Jahren hatten sie das reiche Tiefland im Süden bis zum heutigen Guatemala und den dortigen Maya-Stämmen erobert. Sie drangen bis zur Ostküste vor und brachten die Gebiete bis zum Golf von Mexiko unter ihre Kontrolle. Das Reich war jedoch nicht straff organisiert. Nicht immer wurden Festungen gebaut und Besatzungen zurückgelassen, um die neue Grenze zu schützen. Viel mehr zog das riesige Heer weiter und drohte bei Aufständen mit Vergeltungsmassnahmen. Die unterworfenen Städte und Völker mussten Tribut abliefern, Rohstoffe wie Jade, Tabak, Kautschuk, Baumwolle, kostbare Federn, Schmuck, Obst, Gemüse und Kakao. Von ihren Feldzügen brachten die Azteken immer Gefangene mit, die man als Sklaven oder Menschenopfer brauchte.

Blumenkriege

Die von den Azteken geführten Feldzüge hatte nicht immer die Eroberung von neuen Territorien als Ziel. Eine Besonderheit waren die sogenannten Blumenkriege. In diesen Kämpfen galt es möglichst viele Gefangene zu machen, die den Göttern geopfert werden konnten oder als Sklaven dienten. Grundsätzlich galt es in der aztekischen Kultur als ehrenvoller einen Gegner gefangen zu nehmen, als ihn zu töten.

Azteken-Könige

Das Oberhaupt der Azteken wurde "Tlatoami" genannt. Sie stellten die Gebote, Regeln und religiöse Grundsätze auf und regierten unter Einbezug der Hohenpriester das Volk. Manchmal waren sie auch Regent, Priester und Kriegsherr in Personalunion. Itzcoatl war m öglicherweise der erste mächtige Aztekenherrscher. Sein Nachfolger, Moctezuma I, sicherte seinem Volk die Dominanz über Zentralmexiko. Er war für damalige Verhältnisse lange 30 Jahre an der Macht. Die folgenden Herrscher Axayacatl und Ahuizotl eroberten zusammen über 80 Städte und riesige Territorien. Dabei liessen sie auch ihre Hauptstadt Tenochtitlán ständig ausbauen und verschönern. Unter anderem wurde der Templo Mayor neu erbaut, dessen Grundmauern noch heute in Mexiko-Stadt bewundert werden können. Als die Spanier unter Hernán Cortés nach Mexiko gelangten, war Moctezuma II an der Macht. Nach seinem tragischen Tod gilt Cuauhtémoc als letztes Azteken-Oberhaupt.

Religion

Aztektische Götter

Aztekische Götter

Aztekische Götter Huitzilopochtli und Tezcatlipoca.

Huitzilopochtli ist der aztekische Sonnengott und Kriegsgott. Der Name bedeutet "Kolibri des Südens". Er wird mit einem Kopfschmuck aus Kolibrifedern und einer Feuer speienden Schlange in der Hand dargestellt. Ihm zu Ehren erbrachten die Azteken ungemein viele Menschenopfer.

Quetzalcoátl, die gefiederte Schlange, war der Gott des Windes, der Priesterschaft und der Gelehrten. Der Sage nach war er einer der Gründe, warum die Spanier die übermächtigen Azteken besiegen konnten. Der Aztekenherrscher Moctezuma II glaubte fest daran, der an der mexikanischen Küste gestrandete Hernán Cortés sei der zurückkehrende Gott Quetzalcoátl und liess ihn gewähren, statt ihn zu bekriegen. Die Geschichte Mexikos wäre vielleicht anders geschrieben worden.

Tezcatlipoca war der Gott des Nachthimmels samt Mond und Sterne und des Krieges. Tezcatlipoca vertrieb den Gott Quetzalcoátl aus der Stadt Tula.

Der Herr der Unterwelt wurde Mictlantecuhtli genannt, dargestellt als grinsendes Skelett.

Wie beim Volk der Maya, war Tlaloc der Gott des Regens und der Fruchtbarkeit.

Menschenopfer

Auf den Pyramiden und Tempeln wurden Tausende von Menschen geopfert. Dabei schnitten die Priester das Herz heraus, um es dem Sonnengott Huitzilopochtli zu opfern. Die Azteken glaubten die Welt würde untergehen, wenn sie die Götter nicht gnädig stimmten. Durch Opfer konnte das Universum aufrechterhalten werden, die Rituale waren unerlässlich.

Sonnenstein

Der Sonnenstein der Azteken ist eines der berühmtesten Kunstwerke Mexikos. Die 24 Tonnen schwere Platte wurde im Zentrum von Mexiko-Stadt ausgegraben. Heute ist der Sonnenstein im Nationalmuseum für Anthropologie in der Hauptstadt ausgestellt. Auf dem Sonnenstein wurden von den Azteken wohl Opfergaben niedergelegt.

In der Mitte der Platte ist das Gesicht des Sonnengottes zu sehen. Die heraushängende Zunge symbolisiert das Lechzen nach Blut und Menschenopfer. Im nächsten Ring werden die vier Sonnenzeitalter dargestellt. Darum herum reihen sich die 20 Tagessymbole des aztekischen Kalenders. Trotzdem wurde der Sonnenstein nicht als Kalender genutzt, deshalb ist auch die Bezeichnung Kalenderstein der Azteken eigentlich nicht richtig. Komplett missbraucht wurde der Sonnenstein während des Hypes der Prophezeiung des Weltuntergangs am 21.12.2012, wo er des Öfteren fälschlicherweise als Maya-Kalender bezeichnet wurde.

Untergang des Azteken-Reiches

Eroberung von Tenochtitlán durch Hernán Cortés und die Spanier

Eroberung des Aztekenreiches

Die Eroberung des Aztekenreiches durch Hernán Cortés und seine spanischen Truppen.

1519 landete Hernán Cortés mit gegen 500 Soldaten an der mexikanischen Küste. Nur zwei Jahre später fiel die Hauptstadt Tenochtitlán und die Azteken war damit endgültig besiegt. Gründe für den schnellen Untergang des Aztekenreiches waren die bessere Bewaffnung der spanischen Soldaten, das Zögern des Azteken-Herrschers Moctezuma und die geschickte Eroberungspolitik von Hernán Cortés. Die Spanier hatten früh bemerkt, dass die Azteken zahlreiche Feinde innerhalb und ausserhalb ihres Staates hatten. So fanden sie viele indianische Verbündete, welche ihnen bei der Belagerung von Tenochtitlán zur Verfügung standen. Zudem waren die aztekischen Streitmächte durch die von den Spaniern eingeschleppten Krankheiten stark geschwächt. Siehe auch die detaillierte Reportage der Eroberung von Tenochtitlán durch Hernán Cortés

Auf den Trümmern von der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán wurde von den Spaniern ihre Hauptstadt Mexiko-Stadt erbaut. Ein neues Kapitel in der Geschichte Mexikos sollte folgen.