Unsere Reiseroute von Mexiko City nach Cancún
Als wir unsere Mexiko-Reise planten, hatten wir zunächst einen ziemlich ambitionierten Plan. Mexiko-Stadt, Teotihuacán, Chiapas, Palenque, Yucatán, möglichst viele Maya-Stätten und am Ende noch ein paar Tage am Meer. Auf der Karte sah alles wunderbar machbar aus.
Erst als wir uns die Entfernungen genauer anschauten, wurde uns klar, wie groß Mexiko tatsächlich ist. Was auf der Karte wie ein überschaubarer Sprung von einem Ort zum nächsten aussah, bedeutete teilweise mehrere Stunden Fahrt. Also beschlossen wir, nicht möglichst viele Orte abzuhaken, sondern lieber einige Regionen intensiver kennenzulernen. Um sich vorab ein Bild über diese diversen Zonen zu machen, liefert der offizielle Atlas Turístico de México exzellente geografische Daten.
Obwohl die öffentlichen Verkehrsmittel in Mexiko grundsätzlich sehr gut dastehen, mit vielen Routen mit Erstklassebussen, wollten wir schlussendlich doch lieber eine organisierte Tour unternehmen. Im Nachhinein war das wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen unserer Reise.
Gebucht hatten wir die Rundreise bei Natürlich Reisen. Beim Flug bot uns die Lufthansa-Gruppe mit dem Direktflug von Frankfurt nach Mexiko-Stadt und Rückflug ab Cancún die beste Verbindung. Was uns besonders entgegenkam: Wir mussten uns nicht selbst um jede einzelne Verbindung, Unterkunft und Eintrittsmöglichkeit kümmern, hatten aber trotzdem genügend Zeit, auch einmal auf eigene Faust loszuziehen. Gerne möchten wir unsere Reiseerfahrung unseres Trips mit dir teilen.

Unser erster Eindruck: Mexiko ist laut, bunt und überraschend
Unsere Reise begann in Mexiko-Stadt. Nach dem langen Flug waren wir zunächst etwas überwältigt. Autos, Menschen, Straßenverkäufer, Musik – alles schien gleichzeitig stattzufinden. Dazu die Höhe von mehr als 2000 Metern, die wir anfangs tatsächlich unterschätzt hatten.
Unser erster Spaziergang durch die Stadt fiel deshalb etwas gemütlicher aus als geplant. Statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten anzuschauen, saßen wir irgendwann mit einem Kaffee auf einer Plaza und beobachteten einfach das Treiben. Genau solche Momente blieben uns später besonders gut in Erinnerung.
Natürlich durfte auch Teotihuacán nicht fehlen. Vor der Reise hatten wir Bilder der berühmten Sonnenpyramide gesehen. Trotzdem ist es etwas völlig anderes, tatsächlich davorzustehen. Die Dimensionen der Anlage lassen sich auf Fotos nur schwer erfassen.
Wir hatten uns vorgenommen, den Besuch zügig zu absolvieren, damit der restliche Tag nicht zu knapp wird. Daraus wurde nichts. Immer wieder blieben wir stehen, hörten den Erklärungen unseres Guides zu oder schauten einfach über die Anlage. Am Ende waren wir deutlich länger dort als ursprünglich gedacht.
Und spätestens an diesem Tag merkten wir: Bei einer Mexiko-Reise ist ein gut gefüllter Zeitplan nicht unbedingt ein guter Zeitplan.

Zwischen Kolonialfassaden und kleinen Zufallsentdeckungen
Was uns neben den großen Sehenswürdigkeiten überrascht hat, waren die vielen kleinen Orte und Begegnungen am Wegesrand. In den kolonial geprägten Städten hatten wir schnell unsere eigene Routine: morgens durch die Straßen schlendern, irgendwann einen Markt entdecken und uns anschließend in ein Café oder Restaurant setzen.
Einmal kauften wir auf einem Markt etwas, dessen Namen wir nicht verstanden und dessen Inhalt wir nur erraten konnten. Die Verkäuferin erklärte uns mit Händen und Füßen, wie man es isst. Unser Versuch, es genauso zu machen, sorgte bei den Menschen um uns herum offenbar für einiges Vergnügen.
Solche Situationen waren für uns viel mehr als nette Nebensachen. Sie waren der Teil der Reise, den wir vorher nicht planen konnten.
Auch sprachlich kamen wir an unsere Grenzen. Unser Spanisch reichte für einfache Bestellungen und Wegbeschreibungen, aber längst nicht für längere Gespräche. Trotzdem stellte sich immer wieder heraus, dass ein Lächeln, ein paar Wörter und etwas Geduld erstaunlich weit reichen bei den Mexikanern.

Chiapas: Eine ganz andere Seite Mexikos
Je weiter wir nach Süden kamen, desto stärker veränderte sich die Landschaft. In Chiapas wurde es grüner, feuchter und bergiger. Nach dem eher städtischen Auftakt fühlte sich die Region fast wie eine andere Welt an.
Besonders eindrucksvoll war für uns die Maya-Stadt Palenque (weiterführende Infos). Die Ruinen liegen mitten im tropischen Grün im Dschungel, und genau diese Verbindung aus Kultur und Natur machte den Besuch so besonders. Während wir zwischen den Bauwerken unterwegs waren, hörten wir immer wieder Vögel und die Geräusche des Dschungels.
Allerdings hatten wir die Temperaturen unterschätzt. Wir waren mit dem Gedanken gestartet, mehrere Stunden entspannt durch die Anlage zu laufen. Nach einiger Zeit waren wir froh über jede schattige Stelle. Ein kleiner Regenschauer, der plötzlich über uns hereinbrach, machte die Sache nicht besser. Wir hatten natürlich keine Regenjacken dabei.
Am Ende standen wir ziemlich durchnässt unter einem Dach und mussten über unsere vermeintlich perfekte Reiseplanung lachen.
Genau solche kleinen Pannen gehören für uns inzwischen zu einer gelungenen Reise dazu. Die Erinnerung an einen komplett durchgeplanten, reibungslosen Tag wäre vermutlich weniger lebendig.

Maya-Stätten: Nicht jede muss auf die Liste
Vor der Reise hatten wir zunächst den Eindruck, wir müssten möglichst viele archäologische Stätten sehen. Nach Teotihuacán und Palenque änderte sich unsere Einstellung dazu.
Denn irgendwann verschwimmen die Namen und Jahreszahlen, wenn man jeden Tag eine neue Ruinenanlage besucht. Viel spannender fanden wir es, uns auf einzelne Orte einzulassen.
In Yucatán hat uns deshalb besonders die Maya-Stadt Uxmal gefallen. Die Architektur wirkt anders als bei vielen anderen Maya-Stätten, und die Anlage empfanden wir als angenehm weitläufig. Wir konnten uns Zeit lassen, ohne ständig das Gefühl zu haben, einer Menschenmenge hinterherzulaufen.
Tulum wiederum war aus einem ganz anderen Grund beeindruckend: die Lage direkt am Meer. Nach den Tagen im Landesinneren war der Blick auf das karibische Wasser ein regelrechter Kontrast.
Natürlich war es dort deutlich touristischer. Aber auch das gehört zu Mexiko. Nicht jede Station muss einsam und unberührt sein, um interessant zu sein.
Cenoten und ein etwas missglückter Badeversuch
Ein Höhepunkt in Yucatán waren für uns die Cenoten. Wir hatten vorher schon Bilder von den natürlichen unterirdischen Wasserbecken gesehen und waren entsprechend gespannt.
Das Wasser war allerdings deutlich kälter als erwartet. Mein erster Versuch, hineinzugehen, endete deshalb nach wenigen Sekunden wieder am Rand. Mein Partner war mutiger und schwamm los, während ich mich erst einmal langsam an die Temperatur gewöhnte. Ein paar Minuten später waren wir beide im Wasser und wollten gar nicht mehr heraus.
Es sind genau diese Gegensätze, die uns an der Reise gefallen haben: Morgens standen wir noch zwischen jahrhundertealten Ruinen, später schwammen wir in kristallklarem Wasser unter einer teilweise offenen Höhlendecke.

Warum wir froh waren, nicht alles selbst organisieren zu müssen
Wir reisen grundsätzlich gerne individuell. Trotzdem waren wir bei dieser Reise froh, dass ein Teil der Organisation bereits erledigt war. Gerade bei den längeren Strecken hätten wir vermutlich einige Zeit damit verbracht, herauszufinden, welche Verbindung sinnvoll ist, wo wir übernachten und wie viel Zeit wir für die einzelnen Stationen einplanen sollten.
Natürlich bedeutet eine organisierte Reise auch, dass man sich an einen gewissen Ablauf hält. Das war für uns ungewohnt. Gleichzeitig gab uns genau dieser Rahmen die Freiheit, während der Reise weniger über die Logistik nachzudenken.
Unser Guide war dabei vor allem dann hilfreich, wenn wir Zusammenhänge besser verstehen wollten. Bei den Maya-Stätten hätten wir uns allein vermutlich vieles angeschaut, ohne die historischen Hintergründe wirklich einordnen zu können.
Besonders angenehm fanden wir außerdem, dass wir in einer kleinen Gruppe unterwegs waren. Man lernte die anderen Reisenden schnell kennen. Nach einigen Tagen saßen wir abends gemeinsam beim Essen und tauschten uns über die Erlebnisse und Reiseerfahrung des Tages aus.
Natürlich gab es auch unterschiedliche Vorstellungen. Während einige morgens am liebsten früh loswollten, hätten wir manchmal gerne eine halbe Stunde länger geschlafen. Aber gerade diese kleinen Unterschiede gehören wohl zu jeder Gruppenreise.

Krönender Abschluss der Reise in Cancún
Sehr schön waren auch die letzten drei Tag am Strand von Cancún, mit seinen weißen Sandstränden und dem türkisfarbenen Karibikwasser. Da konnten wir so richtig entspannen und all die gewonnen Eindrücke verarbeiten. Doch unser prägendstes Erlebnis war die Cancún Food Tour (Website). Wir besuchten lokale Taquerías, Street-Food-Stände und versteckte gastronomische Orte. Begleitet von einem Guide probierten wir typische mexikanische Spezialitäten und Getränke und erhielten dabei einen Einblick in die lokale Kultur und Küche. Dazu hatten sehr viel Spaß mit den neu gewonnen Freunden und das Nachtleben in Cancún hat bekanntlich einiges zu bieten, früh schlafen ist da Fehlanzeige.
In Cancún befindet sich auch der größte regionale Flughafen, von dem wir schlussendlich unseren Rückflug nach Deutschland antraten.

Was wir anders machen würden
Würden wir die Reise noch einmal machen, würden wir vermutlich sogar noch weniger Stationen einplanen. Denn Mexiko ist kein Land, das man nebenbei abhaken kann. Die Entfernungen sind groß, das Klima verändert sich teilweise innerhalb weniger Stunden, und auch kulturell unterscheiden sich die Regionen erheblich.
Wir hätten beispielsweise gerne an manchen Orten wie Oaxaca oder San Cristobal de las Casas noch einen zusätzlichen Tag gehabt. Nicht unbedingt, um weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen, sondern einfach, um mehr Zeit für das normale Leben vor Ort zu haben.
Ein Vormittag auf einem Markt, ein langer Kaffee auf einer Plaza oder ein ungeplanter Abstecher kann manchmal genauso interessant sein wie die nächste berühmte Sehenswürdigkeit.
Unser Fazit: Die schönsten Momente standen nicht im Reiseplan
Wenn wir an unsere Mexiko-Reise zurückdenken, sind es nicht nur die großen Pyramiden, Ruinen und Landschaften, die uns geblieben sind. Wir erinnern uns an den ersten Kaffee in Mexiko-Stadt, an die Hitze in Palenque, an den völlig unerwarteten Regenschauer, an die Marktverkäuferin, deren Sprache wir kaum verstanden haben, und an das kalte Wasser der Cenote.
Natürlich waren die großen Sehenswürdigkeiten Mexikos beeindruckend. Aber erst die Mischung aus Geschichte, Landschaft, Begegnungen und kleinen Unwägbarkeiten hat die Reise durch Mexiko für uns besonders gemacht.
Unser ursprünglicher Wunsch, möglichst viel von Mexiko zu sehen, hat sich unterwegs verändert. Am Ende wollten wir nicht mehr möglichst viele Orte sehen. Wir wollten die Orte, an denen wir waren, besser verstehen. Eine intensivere Reisevorbereitung über die Maya-Welt (beispielsweise bei der Doku-Reihe auf dem ZDF) wäre bestimmt auch hilfreich, um alles besser einordnen zu können.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Kunst einer Mexiko-Rundreise: nicht möglichst viel in möglichst kurzer Zeit unterzubringen, sondern eine Route zu finden, bei der zwischen den einzelnen Stationen noch genügend Raum bleibt, um das Land tatsächlich auf sich wirken zu lassen.
Reisebericht-Autoren: Beatrice und Henning Fischer

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