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Biosphärenreservat Celestún am Golf von Mexiko

Flamingos im Biosphärenreservat Celestún

Das Biosphärenreservat von Celestún schützt die Flora und Fauna am Golf von Mexiko, insbesondere die bekannten Flamingo-Kolonien.

Reserva de la Biósfera Ría Celestún


Die Hauptattraktion dieser Region am Golf von Mexiko ist das Naturschutzgebiet "Reserva de la Biósfera Ría Celestún". Das Biosphärenreservat umfasst Flussmündungen, Lagunen und einen langgezogener Korridor umgeben von Mangrovenwäldern. Die immergrünen Pflanzen können sich trotz Salzwasser prächtig entwickeln, da die Blätter das überschüssige Salz wieder ausscheiden können. Die Büsche und Bäume sind durch eine stattliche Anzahl Wurzeln verankert und ineinander geflochten.

Einmaliges Ökosystem

Das fragile Ökosystem ist Heimat für eine Vielfalt von Tierarten, insbesondere Wasservögel, deswegen wurde ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung dieses Lebensraumes gelegt. In der sumpfigen Lagunen- und Mangrovenlandschaft wimmelt es von Kormoranen, Pelikanen, Fregattvögel und Reiher. Dazu die Stars unter der Vogelschaar: die Flamingos.

Vogelschar über Celestún

Im Schutzgebiet leben eine Vielzahl von Wasservögel.

Bootstour

Das Biosphärenreservat von Celestún erlebt man am besten auf einer etwa zweistündigen Bootstour. Gleich bei der Brücke, auf der Seite der Ortschaft, befindet sich die Anlegestelle der Boote. Die Rundfahrt mit unserem Kapitän José ging zuerst gemütlich dem Ufer entlang, um die verschiedensten Wasservögel beobachten zu können. Dann holte der Kapitän das Maximum aus seinen Motoren heraus, um zur "Isla de Pájaros", der Vogelinsel zu gelangen. Obwohl wir still und leise die letzten Meter heran glitten, raschelte es plötzlich und Dutzende von Pelikanen erhoben sich gegen den Himmel. Dann fuhren wir weiter die Flussmündung hoch. Von weitem erkannten wir eine Art rosaroten Teppich auf dem Wasser, was sich natürlich als Flamingo-Kolonie herausstellte. Diese waren weniger heikel und liessen uns in nächster Nähe in unserem Boot schaukeln und fotografieren, während sie ihre Nahrungssuche fortsetzen.

Bootstour im Biosphärenreservat

Mit einem Boot kann das Biosphärenreservat und die Mangroven-Landschaft erkundet werden.

Rosarote Flamingos

Die beste Reisezeit um Flamingos zu sehen, ist von März bis September, mit Tausenden der rosaroten Tieren. Doch auch in den anderen Monaten können durchaus stattliche Flamingo-Kolonien beobachtet werden. Die tollpatschig und gebrechlich wirkenden Vögel stolzieren im seichten Wasser umher auf Nahrungssuche. Übrigens ist das Gefieder der Flamingos ursprünglich weiss. Erst durch die Einnahme von kleinen Krebsen, welche den Farbstoff Karotinoide enthalten, erhalten die Flamingos die typisch rosarote Färbung.

Pelikane

Pelikane ruhen sich aus im niedrigen Wasser der Ria Celestún.

Tierwelt Celestún

José erlaubte sich danach ein nicht ungefährliches Manöver. Er raste mit voller Geschwindigkeit auf das scheinbar undurchdringliche Mangroven-Dickicht zu, um dann in letzter Sekunde durch das Herumreissen des Steuerknüppels in eine Art Tunnel einzubiegen. Sofort wurden die Motoren wieder gedrosselt und wir glitten gemächlich durch eine Baumallee. Die Mangrovenbüsche formten ein heilloses Durcheinander von Wurzeln, Ästen und Wasser. Besonders die Reiher schienen sich hier sehr wohl zu fühlen. Der eint oder andere Schildkröte rettete sich von ihrem Sonnenplatz vor uns ins Wasser. Auf tiefliegenden Ästen verharrten drei junge Krokodile fast unsichtbar, welche wir nur dank Josés aufmerksamen Augen zu sehen bekamen. Wo wohl die Mutter Krokodil sich herumtrieb? Das Highlight war dann jedoch ein anderes Reptil: eine Boa sass zusammengerollt fast in Greifnähe auf einem Baumstamm. José war sichtlich stolz uns die stattliche Schlange präsentieren zu können, wir hätten jedoch trotz idealer Sicht fürs Fotografieren gerne etwas mehr Sicherheitsabstand genommen.

Mexikanische Boa

Im Dickicht der Mangroven hat es sich eine Schlange gemütlich gemacht.

Süsswasserquelle "Ojo de Agua"

Die letzte Station der Bootstour war die Süsswasserquelle "Ojo de Agua". Aus dem Untergrund blubberte tatsächlich frisches Quellwasser in eine kleine, glasklare Lagune. José meinte, dies sei ideal zum Baden. Doch nach der Begegnung mit der Boa und den Krokodilen liessen wir das bleiben.

Mangroven mit Süsswasserquelle

Mitten in den Mangroven befindet sich eine herrliche Lagune.

Reiseinformationen


Celestún ist dank dem vorgelagerten Naturschutzgebiet ein beliebtes Reiseziel auf einer Rundreise in Yucatán. Die Ortschaft befindet sich rund 100 Kilometer westlich von Mérida, am Golf von Mexiko. Das verschlafene Fischerdorf erstreckt sich um eine kleine Plaza mit 2-3 Restaurants und umliegend einem halben Dutzend einfacher Hotels. Am Strand hat es einige nette Fischrestaurants, welche jedoch schon am frühen Abend schliessen. Etwas ausserhalb entlang dem Strand befinden sich Hotels der gehobenen Klasse und ungefähr 10 Kilometer westlich sogar ein Top-Luxushotel, das Xixim Unique Mayan Hotel.

Die Strände hier am Golf von Mexiko können trüb sein, da es in manchen Monaten vermehrt Algen und Pflanzen anspült. Dies sollte einem zwar nicht vom Baden abhalten, jedoch ist die karibische Küste der Riviera Maya zweifelsohne attraktiver für einen Strandurlaub.

Leuchtturm am Golf von Mexiko

Besuch beim höchsten Leuchtturm des Landes am Golf von Mexiko.

Mit einem geländegängigen Fahrzeug oder einem Mountainbike kann man auf einer Naturpiste zwischen dem Meer und Mangroven-Lagunen in rund 20 km gegen Westen zum höchsten Leuchtturm Mexikos gelangen. Nach Regenschauern ist die Piste jedoch meist überflutet und eventuell nicht passierbar.

Es kann in dieser Gegend extrem viele Mücken haben, deren Lebensmittelpunkt das Vermiesen eines gemütlichen Abends draussen zu sein scheint. Ein guter Mückenschutz gehört ins Reisegepäck.