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Voladores de Papantla - Tanz der fliegenden Männer von Papantla

Voladores - Tanz der fliegenden Männer von Papantla

Der Tanz der Voladores de Papantla ist ein präkolumbianisches Ritual, eine Mischung aus Akrobatik und mexikanischem Bungy Jumping.

Mexikanische Tanzakrobatik und Fliegerspiele


Rituelle Zeremonien mit religiöser Symbolik speilten in der präkolumbianischen Zeit eine bedeutende Rolle. Seit über 1000 Jahren praktizieren die Voladores de Papantla, die fliegenden Männer von Papantla, ihre artistische Tradition zu Ehren der Götter der Fruchtbarkeit. Die Voladores de Papantla sind Tänzer und Akrobaten in einem, ein atemberaubendes Spektakel.

Voladores vor dem Flug

Während der Anführer musiziert, bereiten sich die vier Voladores auf das Spektakel vor.

Tanz der Voladores

Die Zeremonie wurde von verschiedenen indigenen Volksgruppen in Mexiko veranstaltet, insbesondere jedoch im Stammland der Totonaken und Huasteken, in der Region von Papantla. Die kleine Ortschaft liegt im Bundesstaat Veracruz, ca. 20 km Luftlinie vom Golf von Mexiko entfernt, ist auch der Ausgangspunkt zur Besichtigung der archäologischen Stätte von El Tajin mit seiner fantastischen Nischenpyramide.

Fünf traditionell gekleidete Männer besteigen einen ca. 30 m hohen Pfahl zu einer quadratischen Plattform. Der Anführer setzt sich in die Mitte und musiziert auf einer Flöte zu rhythmischem Trommeln. Unterhalb dieser kleinen, drehbaren Plattform sind vier lange Seile angemacht, welche die vier Voladores um die Hüfte binden. Nun lassen sie sich kopfüber fallen. Durch die Drehungen wickeln sich die Taue vom Pfosten ab und die Akrobaten schweben in immer grösser werdenden Bahnen im Kreis, bis sich das Seil abgewickelt hat. Kurz vor dem Auftreffen am Boden wenden sie sich, um auf den Füssen zu landen.

Tanz der fliegenden Männer

Die fliegenden Männer umkreisen in grossen Bogen den Masten.

Symbolik der Zeremonie

Jeder Tänzer vollführt dabei 13 Umdrehungen, die vier zusammen also 52 Kreise, was dem Kalenderzyklus der damaligen Epoche entspricht. Der Flötenspieler symbolisiert wahrscheinlich die Sonne, die vier Flieger die wichtigsten Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer.

Sage und Ursprung

Eine Sage der Totonaken erzählt von einer Zeit, als es eine grosse Dürre gab und Nahrung und Wasser im ganzen Land knapp waren. Fünf junge Männer beschlossen, dass sie die Aufmerksamkeit von Xipe Totec, dem Gott der Fruchtbarkeit erlangen müssen, damit der Regen zurückkehre und die Böden wieder fruchtbar werden. Sie ging in den Wald und suchten nach dem höchsten, gerade stehenden Baum den sie finden konnten. Diesen fällten sie und nahmen ihn mit in ihr Dorf. Dort wurde das Ritual der fliegenden Tänzer zu Ehren von Xipe Totec erstmals abgehalten.

Voladores kurz vor der Landung

Gleich drehen sich die fliegenden Männer und landen auf den Füssen.

Kulturelles Erbe

Heute veranstalten die Totonaken den Flug der Voladores aus mehreren Gründen. Erstens hält es das kulturelle Erbe mit folkloristischen Tänzen und Musik lebendig. Zweitens bietet es eine Einnahmequelle für die Tänzer und ihre Familien. Die Zuschauer werden jeweils gebeten eine Spende zu machen.

Bei etlichen archäologischen Stätten in ganz Mexiko, wie in Teotihuacán bei Mexiko-Stadt oder in Chichén Itzá auf der Halbinsel Yucatán, kann die Mischung aus kühnem mexikanischem Bungee-Jumping und Tanzakrobatik bewundert werden. Der Tanz der fliegenden Männer wurde als besonders erhaltenswertes, immaterielles Kulturgut der Menschheit von der Unesco ausgezeichnet (Webseite der Unesco).

Video: Danza de los Voladores de Papantla