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Taxco - Silberstadt Mexikos

Taxco die Silberstadt Mexikos

Mit der spektakuläre Lage auf einem Bergrücken, den verwinkelten Gassen und lauschigen Plätzen, ist die Silberstadt Taxco eines der Highlights von Guerrero.

Taxco de Alarcón


Schon wieder eine Kolonialstadt? Mexiko brüstet sich ja zuhauf mit diesem Attribut und versucht dabei die Städte im Hochland touristisch zu vermarkten. Das Pueblo Mágico Taxco, also ein vom mexikanischen Amt für Tourismus als besonders sehenswert ausgezeichneter Ort, finden wir trotz dem Überangebot an Kolonialstädten unbedingt eine Reise wert. Nur schon das Panoramafoto oberhalb sollte hoffentlich das Reisefieber und die Reiselust wecken. Die Hanglage in der spektakulären Gebirgswelt macht den besonderen Reiz aus.

Spektakuläre Lage

Schon der erste Anblick von Taxco ist vielversprechend: weiss-rote Häuser schmiegen sich an einen steilen Hang, sind abenteuerlich ineinander geschachtelt, umgeben von dramatischen Bergen und Felsen. Der friedliche Eindruck wird bei Ankunft an der geschäftigen Hauptstrasse etwas getrübt durch den Verkehr mit Busen, Lastwagen, Autos und weissen VW-Käfer Taxis. Dazu Marktstände und viele Leute, welche sich auf einer Fläche tummeln, die eigentlich nie und nimmer gross genug für alle ist. Nichtsdestotrotz scheint alles ein organisiertes Chaos zu sein. Nach nur wenigen Schritten erreicht man zudem die Fussgängerzone, also in Taxco sind dies steile, verwinkelte Gassen, welche das Flair der Silberstadt prägen.

Kirche Santa Prisca

Opulente Barockkirche Santa Prisca auf der zentral gelegenen Plaza Borda.

Geschichte

Taxco hat viele Perioden des Aufschwungs und des Niedergangs erlebt. Grosse Silbervorkommen lockten im 16. Jahrhundert die Spanier in die Region. Während 100 Jahren beuteten sie die Minen aus und verschifften die Schätze nach Europa. Nach dem Silberboom verarmte Taxco zunehmend, bis José de la Borda im 18. Jahrhundert eine neue Silberader entdeckte und erschloss. Mit seinem angesammelten Reichtum, liess er die opulente Kirche Santa Prisca erbauen, noch heute das Wahrzeichen Taxcos.

Einen weiteren Aufschwung erlebte die Stadt dank der Initiative des Amerikaners William Sprattling, welcher die Fertigung und den Verkauf von Silberschmuck nach indianischer Tradition förderte. Taxco entwickelte sich in ein Zentrum der Silberschmiede mit Hunderten von aktiven Kunsthandwerkern. Neben dem Tourismus ist das Silber-Business die wichtigste Arbeits- und Einnahmequelle. Die beiden prägenden Persönlichkeiten Borda und Sprattling sind mit Namensgebungen von Strassen, Plätzen, Parks und Museen in Taxco und in Cuernavaca verewigt.

Schmuck aus Silber

Silberschmuck ist das begehrteste Souvenir aus Taxco.

Sehenswürdigkeiten

Die belebte Plaza Borda ist das Herz und die Seele von Taxco, hier kommen die Gassen zusammen, scheinen sich wieder zu vereinen. In den schönen kolonialen Häusern rund um den malerischen Platz befinden sich Restaurant, Bars und Läden mit Kunsthandwerk aus Silber. In den Fondas, den kleinen familiären Restaurants wird morgens ein nach Zimt duftender Café de Olla serviert und mittags eine mexikanische Pozole, eine mit Maiskörner und Fleisch angereicherte Suppe. In den Bars genehmigen sich die Einheimischen und Besucher ein Bier oder Tequila mit bester Aussicht auf das Geschehen rund ums Zentrum. In den Silberläden findet man so ziemlich alles was sich versilbern lässt, von Besteck und Büsten, zu Armreifen und Ohranhänger, sowie Besteck und Schlüsselanhänger, die Auswahl ist riesig.

Südlich erhebt sich die Kirche Iglesia Santa Prisca, ein vom Silberbaron José de la Borda finanziertes Geschenk. Das barocke Meisterwerk besitzt im Innern üppige Verzierungen, Statuen, Wappen und besonders fein bearbeitete, goldene Altarbilder.

Im William Sprattling Museum können Exponate aus Taxcos Boomzeit als Silberstadt bestaunt werden.

Unweit der Plaza Borda befindet sich Taxcos betriebsamer Markt, wo auf engstem Raum frisches Obst und Gemüse; Gewürze, Spielsachen, Kleider, sowie Raubkopien angesagter Musikbands und beliebte Filme angeboten werden.

Plaza Borda in Taxco

Typisches in weiss und rot gehaltene Kolonialhaus auf der Plaza Borda.

Gassen-Labyrinth

Die vielversprechendste Attraktion ist das kompakte Stadtbild als solches, mit seinen ziegelgedeckten, niedrigen Häusern, den verwinkelten Gassen und lauschigen Plätzen. Am besten lässt man sich ziellos treiben, spaziert den Berghang hoch und verliert sich in diesem Labyrinth von Treppen und Gassen. All paar Schritte präsentiert ein noch attraktiveres Fotomotiv: Wäsche baumelt an einer Leine von Haus zu Haus, eine Frau giesst Topfpflanzen, trotz der starken Steigung spielen Kinder Fussball, an bester Lage wurde statt einem Panoramabalkon ein Parkplatz errichtet...

Auf einem Streifzug durch Taxco kann man sich stundenlang unterhalten. Wem die Puste ausgehen sollte, da es doch mächtig hochgeht, steigt in einen der Collectivos, die VW-Busse Sammeltaxis, welche auf fixen Routen die Stadt durchqueren und umrunden.

Doch genau vor diesen Fahrzeugen muss man sich als Fussgänger auch in Acht nehmen. Da ist schon mal ein Seitensprung notwendig, wenn die schwachmotorigen Volkswagen mit Schwung die nächste Steigung bewältigen möchten. Der Verkehr ist wohl meist nur in eine Richtung gestattet, doch eng ist es alleweil.

VW-Käfer Taxi

Ein Volkswagen-Käfer Taxi unterwegs im Gassen-Labyrinth von Taxco.

Panoramablick

Empfehlenswert ist ein Abstecher zur Christus Statue mit einer unübertrefflichen Aussicht über die Kolonialstadt und die spektakuläre Gebirgskulisse. Alternativ führt eine Seilbahn hoch zum Hotel Monte Taxco, mit einer Bar und Panoramarestaurant zum gemütlichen Verweilen.

Reiseinformationen

Taxco liegt auf der zentralmexikanischen Hochebene auf rund 1650 m. Regelmässige Busverbindungen von Mexiko City (Fahrzeit 3 h), Cuernavaca (1.5 h) und Acapulco (4.5 h) erschliessen die Stadt bestens. Ein Tag ist grundsätzlich ausreichend um de Silberstadt kennen zu lernen. Reizvoll ist die Übernachtung in einer der familiären Pensionen wie zum Beispiel dem Hotel Mi Casita oder schön luxuriös im Hotel Monte Taxco oder in der Posada de La Misión, mit einem tollen Blick über die Stadt.

Taxco Panorama

Die Häuser ziehen sich den Hang hoch bis zur Christus Statue (oben rechts).

Ausflüge

Höhlen von Cacahuamilpa

Ein lohnenswerter Tagesausflug führt in den nur rund 30 km entfernten Nationalpark Parque Nacional Grutas de Cacahuamilpa, mit dem grössten und eindrücklichsten Höhlensystem in Mexiko. Die riesigen Tropfsteinhöhlen sind bis 80 m hoch, voller Stalagmiten und Stalagtiten. Auf der obligatorischen Führung wird man auf lustige Art auf aussergewöhnliche Steinformationen hingewiesen. Mit etwas Fantasie kann die Fantasie des Guides nachvollzogen werden und man erkennt Papst Johannes Paul II, den mexikanischen Nationalhelden Benito Juárez und die ganze Tierwelt mit Elefanten, Dinosaurier, Vögel etc. Da der Führer nach seinen Erläuterungen jeweils den Lichtschalter abdreht, kann eine eigene Lampe ganz hilfreich sein, wie auch ein Kleidungsstück gegen die deutlich tieferen Temperaturen.

Mit dem Bus in Richtung Toluca oder Ixtaban, können die Höhlen von Cacahuamilpa mit den öffentlichen Verkehrsmitteln besucht werden.

Cuernavaca

Entweder man schläft in Cuernavaca und besucht Taxco oder man schläft in Taxco und macht den Tagesausflug nach Cuernavaca. Die beiden Städte lassen sich bestens kombinieren. Der Palacio de Cortés mit den berühmten Wandmalereien von Diego Rivera und der Jardin Borda sind zwei der Sehenswürdigkeiten von Cuernavaca.