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Vulkan Paricutin, Michoacán - Reisebericht

Vulkan Paricutin

In der Ferne throhnt der Vulkan Paricutin (2'800 m), der eines Tages plötzlich aus dem Nichts entstanden ist.

Besteigung Vulkan Paricutin

Base Camp in Angahuan

Der Busfahrer liess uns an einer Kreuzung im Niemandsland von Michoacán aussteigen und meinte hier sei Angahuan, der Ausgangspunkt der Besteigung des Vulkan Paricutin. Da wir uns im Voraus schon gut informiert hatten über den anstehenden Trip, wussten wir irgendwie genau was zu tun war. Wir kauften Proviant und literweise Wasser für die nächsten zwei Tage und fragten uns zu den Cabañas durch, einer bescheidenen Unterkunft etwas ausserhalb des Dorfes. Etliche Holzhütten lagen gediegen in einer Lichtung eines Föhrenwaldes und boten perfekte Abgeschiedenheit und Ruhe für einen gemütlichen Abend.

Die Entstehung des Vulkans

Die Geschichte des Vulkans ist tragisch und gleichzeitig lustig. Eines Tages entdeckte ein Bauer ein grösseres Loch in seinem Maisfeld, was in zwar überraschte, aber nicht sonderlich beunruhigte. Doch eines Tages staunte er nicht schlecht, als aus dem Loch ein Riss entstand und nach einigen Explosionen plötzlich Lava heraus floss. Nach etwa einer Woche hatte sich ein über 100 m hoher Vulkankegel und ein Jahr später hatte sich ein 400 m hoher Berg gebildet - der Vulkan Paricutin war geboren.

Das verschüttete Dorf

Am nächsten Morgen waren wir schon früh auf. Unser Führer, Juan Pablo, stand wie ausgemacht mit Maultieren bereit zum Abmarsch. Da niemand von uns ein erfahrener Reiter war, kostete es einige Anstrengung die Tiere gefügig zu machen. Statt geschont und ausgeruht anzukommen, fühlte ich mich nach nur einer halben Stunde ziemlich angeschlagen. Es schmerzte so ziemlich das hinter und letzte Glied meines Körpers. Unser Ziel war das ehemalige Dorf San Juan Parangaricutiro. Ehemalig deshalb, weil der etwa 5 km entfernte Vulkan Paricutin bei seiner Entstehung das ganze Dorf unter einer mächtigen Lava Schicht begrub. Heutzutage ragt nur noch die Kirchturm Spitze aus dem Gestein und bietet einen sehr aussergewöhnlichen Anblick.

Besteigung des Paricutin

In der Ferne konnte man den konischen Vulkan Paricutin erkennen, der wie stolz auf seine Tat schien und herausfordernd herüberschielte. Wir nahmen die Herausforderung gerne an. Einen eigentlichen Weg konnte man nicht erkennen, vielmehr als eine Wanderung war es somit ein Lavastein Hüpfen, von Steinbrocken zu Steinbrocken. Als wir endlich am Fusse des Berges angelangten, stand noch die eigentliche Besteigung vor uns. Fasziniert umrundeten wir zuoberst schlussendlich den Krater und zu unserer grossen Überraschung entdeckten wir etliche Stellen, wo das Gestein glühend heiss war und penetrante, unangenehme Düfte stiegen aus den Spalten. Ganz ausgestorben konnte der Vulkan also nicht sein!

Nasse Rückkehr

Plötzlich zogen schwarze Wolken auf und hüllten die Umgebung in eine düstere Atmosphäre. Das Wetter war ein klares Zeichen den Rückweg anzugehen. Die einte Seite des Vulkans bestand aus purem Sand und mit einigen Dutzend grossen Sprüngen hier runter, ersparten wir uns den mühsamen Abstieg durch das Lavafeld. Inzwischen wurde es immer dunkler und die ersten Regentropfen zwangen uns zu einem raschen Rückmarsch. Die Eile half uns aber auch nicht viel, schon wenig später schüttete es was das Zeugs hält. Völlig durchnässt und erschöpft erreichten wir gegen Abend unser Basislager. Und siehe da, sobald wir im Trockenen waren, verzogen die schwarzen Wolken so schnell wie sie aufgetaucht waren und die letzten Sonnenstrahlen hüllten den wie schadenfreudig lächelnden Vulkan Paricutin in ein herrliches Abendrot!

Reisebericht-Autor: Günter Wolf