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Interview mit einem Hotel-Manager in Cancún

Hotel-Resort an der Karibik-Küste von Mexiko

Hotel-Resort an der Karibik-Küste von Mexiko, auf der Isla Mujeres, nur eine kurze Bootsfahrt von Cancún entfernt.

Leben und Arbeiten in Mexiko

Blog-Interview mit dem Hotel-Manager Michael Sommer

Man sieht es Michael Sommer an, dass er in seiner täglichen Arbeit aufgeht und sie richtiggehend geniesst. Der gelernte Koch und heutige Manager von drei Resorts in Cancún und entlang der Riviera Maya, hat offenbar die berufliche Erfüllung gefunden.

"Es gibt im Hotel-Business keinen normalen Arbeitstag", sagt der sächsische Geschäftsmann. Und dies nach einem mit Terminen vollgestopften Tag, an dem er für ein Interview mit dem Planet Mexiko Blog noch ein Zeitfenster freigehalten hat. "Kein Arbeitstag verläuft so, wie er geplant war, trotz neuster Technologie." Ob Treffen mit anderen Hotel-Managern, Lieferanten, Gästen oder Angestellten, Sommer ist immer offen für ein Gespräch. "Kommunikation ist das A und O eines erfolgreichen Managers", meint er sehr bestimmt.

Er ist in allen Bereichen involviert, sei es im Marketing, Verkauf, Finanzen und der Entwicklung von neuen Projekten. Das bringt mit sich, dass Michael Sommer ständig auf Achse ist. "Ich besuche unsere Partnerhotels in Yucatán und Mexiko-Stadt, bin an Messen präsent, gehe auf Verkaufstrips nach Europa und Nordamerika." Die USA sei nach wie vor der wichtigste Tourismusmarkt für die Region Cancún, doch auch in Deutschland erfreuen sich Badeferien in Mexiko und Rundreisen auf Yucatán einer steigenden Nachfrage. "Ich liebe die Kombination von erholsamem Urlaub an der Karibik und historischen Highlights der Maya-Kultur, gepaart mit der artenreichen Flora und Fauna auf der Halbinsel Yucatán", schwärmt der grossgewachsene Deutsche.

Über seinen Arbeitsalltag befragt, antwortet er: "Mein Job beginnt meist gegen sieben Uhr. Es gilt alle Verkaufsberichte zu prüfen, wie die Auslastung der Hotelzimmer, was in den verschiedenen Restaurants passiert ist und andere Einkünfte wie die Buchung von Limousinen, Spas und Ausflüge." Er verbringe ebenfalls viel Zeit auf Rundgängen durch die Hotelanlagen, begrüsse die Feriengäste und unterhalte sich mit den Angestellten. "Dies zählt mit zum Spannendsten an meinem Job, der Kontakt mit den Gästen und den mexikanischen Mitarbeitern," sagt er und grüsst eine bei der Lobby arbeitende Putz-Fachkraft, wie um seine Aussage zu bekräftigen. Nachmittags ziehe er sich meist in sein Büro zurück, bearbeite die Mails und kümmere sich um die Homepage mit einem aufgeschalteten Blog über Mexiko.

Momentan ist Sommer dabei die Übernahme einer weiteren Hotelanlage in Cancún zu prüfen. Lange Arbeitstage sind die Folge, doch er mag nicht klagen, er hat sich diese Intensität doch selber auferlegt: "Ich mache dies alles sehr gerne, das Arbeiten und Leben in Mexiko ist ungemein spannend." Er sei definitiv kein Mann für einen Routinejob.

Dies ist wohl auch besser so, denn wer in Mexiko erfolgreich geschäften will, sollte flexibel sein. "Es gibt zahlreiche Fettnäpfchen und Tabus hier, mit der Zeit lernt man damit umzugehen", verkündet Sommer lächelnd. Er erzählt uns von einem dringenden Meeting in Mexiko City, welches er wegen Protesten und Streiks der Taxifahrer beinahe verpasste. Sie blockierten alle wichtigen Zufahrtsstrassen zum Flughafen Cancún. Nur Dank dem guten Draht eines Bekannten, der selber Taxifahrer war, schaffte er es noch knapp auf den Flieger. Dies zeigt klar wie das Business hier läuft, Beziehungen sind alles, ohne die richtigen Kontakte laufe überhaupt nichts.

Wie es um seine Spanisch-Kenntnisse stehe, wollten wir wissen. "Diario aprendo algo nuevo", antwortet Sommer verschmitzt. Er habe sich durch Abendkurse für seinen Auslandaufenthalt vorbereitet und nehme auch heute noch zweimal wöchentlich Privatklassen. Es sei absolut wichtig in Spanisch kommunizieren zu können, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen.

Das sich Michael Sommer in seinen jungen Jahren für die Gastronomie- und Tourismusbranche entschied, verdankt er seinem Vater. Dieser arbeitete über 10 Jahre in den USA für die Hotelketten Holiday Inn und Marriott. Auf diesem Weg konnte er seinem Sohn eine Kochlehre in Hannover organisieren. Dieser fand sofort Gefallen am Beruf, wohl auch mit dem Hintergedanken, diesen als Sprungbrett für eine internationale Karriere zu nutzen. Noch heute profitiert er von seinen Erfahrungen in der Küche. Einmal pro Jahr lädt er sogar seinen Staff zu einem typisch mexikanischen Essen, gepimpt mit einem evolutionären europäischen Touch.

Hatte er je davon geträumt mehrere Hotels in Cancún zu führen? Sommer: "Nein, auch später nach der Hotelfachschule in der Schweiz habe ich nie über die nächste Station hinaus geplant." Er habe einfach Spass an seiner Arbeit haben wollen. Er lancierte seine Hotellaufbahn in der Administration bei Accor (Sofitel, Novotel, Mercure, Ibis etc.), wechselte dann ins Management eines Messehotels in Norddeutschland und arbeitet nun schon seit sieben Jahren in Mexiko. Und während des Interviews bekommt man definitiv den Eindruck, hier habe einer seinen Traumberuf gefunden.