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VW-Käfer Taxis in Mexiko-Stadt

VW-Käfer Taxi in Mexiko-Stadt

Die grün-weissen VW-Käfer waren lange Zeit die offiziellen Taxis der mexikanischen Hauptstadt Mexiko City.

"El Vocho" - das legendäre Volkswagen Taxi

Untergang der bekannten VW-Käfer Taxis

Sie waren unverkennbares Symbol, ein Wahrzeichen, ein Kultobjekt - die grün-weissen VW-Käfer Taxis von Mexiko City. Noch vor einigen Jahren haben bis zu 50'000 so genannte "Vochos" das Strassenbild der Hauptstadt geprägt. Doch werden Taxis von der Stadtregierung für maximal 10 Jahre lizenziert und zudem werden nun viertürige Taxis vorgeschrieben, was der Verbannung der legendären Volkswagen-Taxis gleichkommt. Das Ende einer Ära ist gekommen, das nicht sehr umweltfreundliche Transportmittel wurde im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen.

"Allein schon auf die Idee zu kommen, einen zweitüriges Fahrzeug als Taxi zu benutzen ist einmalig", sagt der Taxifahrer Federico Ponce Aguilar mit einem stolzen Unterton. Um dem Fahrgast das Einsteigen zu erleichtern, wurde bei den mexikanischen Käfer-Taxis der Beifahrersitz ausgebaut. Die Kunden nahmen auf der Rückbank Platz. Kultstatus erreichte das Automobil auch durch den Fakt, dass viele Taxifahrer eine Schnur zum Zuziehen der Autotüre angebracht hatten.

Genau 10 Jahre lang chauffierte Federico in seinem liebevoll "sapo verde" (grüner Frosch) getauften VW-Käfer die Kundschaft durch den Grossstadtdschungel. Autofahren in Mexiko ist eine hohe Kunst im Verkehrschaos der Millionenstadt. Eine ihm durch die Verwaltung angebotene Verschrottungsprämie hatte er mehrmals abgelehnt, er wollte sein Fahrzeug bis zum bitteren Ende fahren.

Der VW-Käfer wurde bis 2003 in der Produktionsanlage von Puebla, unweit der mexikanischen Hauptstadt hergestellt und war so etwas wie das Auto der Nation. Später fabrizierte man in Puebla auch den an den traditionellen Käfer angelehnten New Beetle und seit 2011 das Nachfolgemodel VW Beetle.

Er habe jedoch trotzdem vorgesorgt, erklärt uns Federico, zusammen mit seinem Cousin habe er in einen Nissan Tsuru investiert, dem neuen Favoriten der hauptstädtischen Taxifahrer. "Ähnlich wie beim "Vocho" kann ich auch beim Tsuru ganz einfach Ersatzteile beschaffen und vieles selbst reparieren." Doch kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Die japanischen Autos sind charakterlos und es fehlt das Fahrvergnügen!" Wobei das Wort "Fahrvergnügen" in astreinem deutsch vorgetragen wird. Der VW-Käfer hat auch für die spanische Sprache seine Spuren hinterlassen.