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Auswirkungen des illegalen Drogenhandels auf die Bevölkerung Mexikos

Illegaler Drogenhandel und die Auswirkung auf Mexikos Bevölkerung

Der illegale Drogenhandel und der Drogenkrieg wirden sich auf das Leben der mexikanischen Bevölkerung sehr negativ aus.

Drogenkrieg in Mexiko


Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Drogenhandel in Mexiko und dem Drogenkrieg, der sich daraus in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Sie bietet einen Einblick in den Beginn des illegalen Handels von Rauschgiften und schildert die darauffolgende Bildung und Verbreitung von Drogenkartellen. Weiters werden die Vorgangsweisen des organisierten Verbrechens und die weit verbreitete Korruption sowie die Maßnahmen des Staates untersucht. Zudem wird thematisiert, welche Folgen der Drogenhandel für Politik und Wirtschaft des Landes nach sich zieht. ßen Einfluss auf die Bevölkerung Mexikos habe. Um diese These zu überprüfen befragte sie einige Mexikaner zu ihrer Lebenssituation. Die Umfrageteilnehmer beantworteten konkrete Fragen, beispielsweise zu Orten, die sie zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten meiden würden, zu ihrer Einschätzung zur Rolle der Polizei, sowie zu persönlichen Erfahrungen in Verbindung mit dem Drogenhandel. Es zeigte sich, dass ihr Alltag tatsächlich in vielfälltigerweiße von der Kriminalität geprägt ist. Vorwissenschaftliche Arbeit verfasst von Cassandra Adami, Februar 2017

Themen


1. Einleitung

Mexiko: Ein Land, das von den meisten Menschen als das Urlaubsparadies bezeichnet wird. Die stereotype Vorstellung von immer gut gelaunten Mexikanern, die mit großen breitkrempigen Hüten an weißen Karibikstränden sitzen und gekühlte Margaritas trinken, kontrastiert mit der Wirklichkeit. In Wahrheit zählt Mexiko zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Weshalb und wie es in den vergangenen zehn Jahren zu einer Ausbreitung der Kriminalität kommen konnte und welche Konsequenzen diese Entwicklung auf Staat und Bevölkerung hat, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Meine mexikanische Herkunft hat die Auswahl des Themas dieser Vorwissenschaftlichen Arbeit entscheidend beeinflusst. Beim letzten Besuch meiner Familie in Mexiko im Jahr 2013 ist mir eine massive Polizeipräsenz aufgefallen, die auf eine Zunahme der Kriminalität schließen lässt.

Der Drogenkrieg ist in weiten Strecken eine Auseinandersetzung zwischen Männern. Aus diesem Grund bevorzuge ich in den folgenden Ausführungen zumeist die grammatikalisch maskuline Form und verzichte auf eine gendersensible Angleichung, wo diese nicht eindeutig erforderlich ist.

Die Kenntnis der Wurzeln des Drogengeschäfts ist meines Erachtens grundlegend für die weitere Entwicklung und Verbreitung der Kartelle. Daher wird im ersten Kapitel darauf Bezug genommen und in der Folge beleuchtet, welche Maßnahmen die mexikanische Regierung im Kampf gegen die Kartelle ergreift. Die Drogenkriminalität hat nicht nur massive Auswirkungen auf das Alltagsleben der Zivilbevölkerung, sondern beeinflusst auch die mexikanische Gesellschaft. Die daraus resultierenden Konsequenzen werden ebenfalls in dieser Arbeit thematisiert. Daher verzichte ich auf eine Charakterisierung der einzelnen Kartelle.

Für das Verständnis der Entstehung des illegalen Drogenhandels war mir das Buch La Historia del Narcotráfico en México von Guillermo Valdés Castellanos (2013) eine große Stütze. Als Primärliteratur dienten zudem Drogenkorridor Mexiko von Jeanette Erazo Heufelder (2011) und Drogen, Krieg, Mexiko von Sandro Benini (2013). Beide Werke fokussieren sich auf das organisierte Verbrechen und den Umgang der Einwohnerinnen und Einwohner Mexikos mit dem Drogenkrieg.

Ergänzende Informationen bezog ich aus diversen Internetquellen. Außerdem lieferte eine Umfrage bei mexikanischen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten interessante und hilfreiche Ergebnisse, welche großteils mit den Resultaten meiner Literaturrecherchen übereinstimmen.

Mexikanischer Polizist

Schwer bewaffnet soll die Polizei für Sicherheit sorgen.

2. Die Entstehung des Drogenhandels

Der mexikanische Drogenkrieg ist nicht nur in erster Linie eine Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Kartellen, sondern in zweiter Linie auch ein Kampf zwischen den Ordnungskräften und dem organisierten Verbrechen. (vgl. Benini 2013, 42)

Begonnen hat der Handel von Drogen in Mexiko etwa Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war der Konsum von Opium, Marihuana, Kokain und Amapola legal und sogar sehr gebräuchlich. Diverse Produkte aus Kokain und Amapola, wie z.B. Jarabe Bayer de Heroina (ein opiathaltiges Mittel für Kindern gegen Husten und Schmerzen), oder ein Wein aus Coca, welches Kokain enthält, wurden in gewöhnlichen Apotheken verkauft. Auch in China war der Konsum von Rauschgiften, die hauptsächlich in Medikamenten oder Spirituosen enthalten waren, gebräuchlich, bis der Kaiser Qing die Legalisierung, aufgrund der Nebenwirkungen und langfristigen gesundheitlichen Schäden, aufgehoben hat.

1926 wurde schließlich der legale Handel von Marihuana und Opium auch in Mexiko eingestellt. Zahlreiche illegale Einwanderer aus China haben daraufhin begonnen, in Mexiko ihre Drogen zu verkaufen. Die Tatsache, dass der Drogenhandel in Mexiko bereits ebenfalls verboten war, konnte sie nicht daran hindern. Ihre taktisch überlegenen Verkaufsstrategien und ihre Gabe die Menschen leicht zu manipulieren trugen, besonders im Norden Mexikos, zu der Verbreitung der illegalen Geschäfte bei. (vgl. Valdés Castellanos 2013, 29 ff.)

2.1. Die Entwicklung der Kartelle

In den darauffolgenden 15 Jahren vergrößerte sich das Geschäft drastisch. Basierend auf familiäre Kreise (Familienclans) oder Bauern aus Mexiko und China, bildeten sich kriminelle Strukturen, die heute als Kartelle bekannt sind. Dealer begannen ihre Ware an vormals legalen Verkaufsorten zu veräußern, wie Apotheken und öffentlichen Märkten. Unterstützung dabei lieferten örtliche Politiker und Polizisten, die im Gegenzug Schutzgeld erhielten. Damit stellten sie zudem ihre Macht und Stärke unter Beweis, um ihr Amt beizubehalten. Somit profitierten beide Seiten von diesem illegalen Handel. Der ungeschriebene Friedensvertrag sollte jedoch nicht von Dauer sein (siehe Kapitel 2.2)

Die wachsende Nachfrage aus den Vereinigten Staaten nach Drogen führte 1940 zu einem rapiden Anstieg der illegalen Geschäfte. Die US-Regierung bestellte Opium und Amapola aus Mexiko, um sie verletzten Soldaten in Vietnam zur Schmerzlinderung bereitzustellen. Auf diese Weise ermöglichten die USA einen einfachen und quasi-legalen Transport der Drogen. (vgl. Valdéz Castellanos 2013, 84 ff.)

Die Anzahl der mexikanischen Drogenhändler vergrößerte sich stetig. Gemeinsam mit den kolumbianischen Kartellen begannen sie, die Chinesen aus den Geschäften auszuschließen und aus Mexiko zu vertreiben. Im Zuge dessen verfolgten und töteten sie auch viele Chinesen. Mit dieser neu gewonnenen Macht, schüchterten die aufsteigenden Drogenbarone Politiker und Polizisten ein, welche schließlich die dramatischen Folgen des Drogenhandels erkannten. Zusammen mit der US-amerikanischen Polizei gingen sie gegen die aufstrebenden Kartelle vor und verhafteten die damaligen Drogenbosse, doch deren Handelsorte und Verbündete blieben. Sie übernahmen nicht nur das Geschäft, sondern vergrößerten zudem noch ihr Einflussgebiet. Immer wieder kam es mit konkurrierenden Drogenbanden zu Territorialkämpfen, bei denen neue Kartelle entstanden. Diese konzentrierten sich allerdings nicht mehr nur auf den Verkauf der Drogen auf dem Markt, sondern trachteten zunehmend danach, ihre Gebiete auszuweiten und gegnerische Kartelle zu vernichten. (vgl. Valdéz Castellanos 2013, 91 ff.)

Die Kartelle entwickelten sich zu immer größer werdenden Drogen-Institutionen, welche auf eine zunehmend komplizierte Infrastruktur bauten. Folglich mussten sie sich um die Rekrutierung von kriminellem Personal kümmern: Bauern, kriminelle Banden und andere Personen wurden wahlweise mittels körperlicher Gewalt, Bestechung und/oder Morddrohungen gezwungen, sich ihnen anzuschließen. Da ihnen der Schutz des Staates vorenthalten blieb, begannen sie Polizisten, Richter und Politiker zu bestechen und bedrohen. Dazu genaueres im Kapitel 3.3. In der Folge stellte weder die Produktion von Marihuana, Opium oder Amapola noch der Handel damit eine Schwierigkeit für sie dar. Das Streben der Kartelle nach Macht und Reichtum wuchs und neue Einnahmequellen aus dem Frauen- und Heroinhandel wurden erschlossen. (vgl. Valdéz Castellanos 2013, 221-323)

2.2. Der Beginn des Drogenkrieges

Präsident Felipe Calderón von der PAN-Partei (Partido Acción Nacional) brach schließlich den stillschweigenden Pakt zwischen der Regierung und den Kartellen, sich nicht in die Angelegenheiten des anderen einzumischen. Im Dezember 2006 erklärte er während seiner Amtszeit (von 2006 bis 2012), den Kartellen mit der Begründung, Korruption und Drogenhandel seien zu groß und unkontrollierbar geworden, den Krieg. Dieses Ereignis wird in Mexiko als der Beginn des Drogenkrieges betrachtet.

Mit der Vorgehensweise des Präsidenten ist für viele Mexikanerinnen und Mexikaner die Hoffnung auf ein friedliches Leben erloschen. Calderón hatte die Größe und Macht der Kartelle unterschätzt. Das mexikanische Militär hatte keine Chance gegen die Narcos, die sich gegen die Regierung verbündeten. Die Konsequenzen dieses Vertrauensbruchs trug allerdings wie üblich die mexikanische Bevölkerung. Der Regierungswechsel im Jahr 2012, verschlechterte die Lage im Land noch zusätzlich. Die wieder aufstrebende Partei PRI (Partido Revolucionario Institucional), mit dem aktuellen Präsidenten Enrique Peña Nieto, galt schon lange als eines der korruptesten Mitglieder. Folglich ist seither auch nichts mehr im Kampf gegen die Drogenkartelle unternommen worden. Der Staat hat sich gegenwärtig zurückgezogen und lässt die Narcos walten. Wie Valdés erklärt, habe der der Staat längst seine Macht verloren. Je schwächer die Regierung werde, desto mächtiger würden die Kartelle. (vgl. Valdés Castellanos 2013, 411 ff.)

Mexikanische Soldaten im Drogenkrieg

Seit die Politik sich für den Einsatz der Armee entschieden hat, herrscht ein offener Drogenkrieg in Mexiko.

3. Die Verbreitung der Kartelle

16 Kartelle verteilen sich in ganz Mexiko, unabhängig von der Dunkelziffer weiterer kleiner selbständiger Kartelle. Zu den sieben größten und bekanntesten Kartellen zählen das Kartell von Sinaloa, das unter dem Namen Los Ántrax firmiert, ón-Los mata Zeta, das Golf-Kartell, das Kartell von Tijuana, La Familia, Los Zetas und das Kartell Beltrán Leyva.

Allein diese haben bereits eine riesige Anhängerschaft, die sämtliche soziale Schichten abdeckt. Die Kriminellen holen sich ihre Mitglieder aus den Slums, der Mittelschicht und sogar unter den Reichen haben sie ihre Anhänger. Die genaue Mitgliederzahl ist allerdings aufgrund der Umstände schwer zu bestimmen. Es gibt keine genauen Angaben darüber, wie viele Personen den jeweiligen Kartellen angehören. (vgl. Schmidt 2015)

Angesichts der enormen Anhängerschaft zu den Drogenkartellen, stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln es den kriminellen Vereinigungen gelungen ist, die Menschen von sich zu überzeugen. Im Zuge der Recherche stellte sich heraus, dass sie abgesehen von Gewalt auf unterschiedliche Methoden der Rekrutierung zurückgreifen.

3.1. Beeinflussung durch die Narcocorridos

Corridos, traditionelle Musik und Volkslieder, sind im Norden Mexiko entstanden. Ursprünglich erzählen sie Geschichten von Heldentaten der Kämpfer für die Mexikanische Revolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Stile dieses Liedguts haben sich im Umfeld der Drogenkartelle so genannte Narcocorridos entwickelt, in deren Texten die kriminellen Machenschaften der Drogenhändler heroisiert werden. Dabei beziehen sie sich auf bestimmte Ereignisse, die auf realen Daten und Orten beruhen, wie zum Beispiel territoriale Eroberungen, Ermordungen und so weiter. Bekannte Narcocorridos sind unter anderem

In den Balladen versprechen Drogendealer oder Kartellanhänger Sicherheit, Arbeitsplätze, Reichtum und Respekt. Aussichten, von denen viele Menschen in Mexiko nur träumen. Deshalb sind die Texte der Narcocorridos, vor allem in ärmeren Gegenden Mexikos, sehr beliebt. Die Menschen erhalten so gut wie keine staatliche Unterstützung und beschließen, sich gemeinsam mit den Protagonisten der Balladen, gegen die Regierung zu wehren. Allerdings entsprechen diese Versprechungen keineswegs der Wahrheit. Sie repräsentieren eine Welt, die, so wie sie dargestellt wird, nicht existiert.

Die Realität ist eine andere. Terror und Angst verbreiten sich. Öffentliche Hinrichtungen, Morddrohungen und nächtliche Schießereien werden zunehmend alltäglich. Die Drogenbosse und ihre Kartelle bereichern sich immer weiter, während ihre Angestellten, vor allem die Bauern, der Armut nicht entfliehen können. Die Perspektivlosigkeit bestärkt sie im Glauben, dass es ein Leben ohne Kriminalität nicht geben kann und sie beginnen, sich die Lügen der Balladen zu verinnerlichen.

Die Narcocorridos begleiten die Menschen von Kindesbeinen an und vermitteln ihnen daher ein Gefühl von Normalität. Trotz eines Verbotes, die Lieder im öffentlichen Raum abzuspielen, etwa im Radio, hört man sie auf Hochzeiten, an Geburtstagen, in Supermärkten, usw. Viele Mexikaner wachsen damit auf, dass die blutigen Schlachten zwischen den Kartellen besungen werden. Das ist das Ziel dieser Lieder, deren Komposition im Übrigen meist von den vermeintlichen Helden selbst in Auftrag gegeben wird. Wer ein Leben ohne tägliche Unterdrückung und ständiger gewalttätiger Übergriffe nicht kennt, beschwert sich auch nicht. (vgl. Heufelder 2011, 36 ff.)

Der Journalist und Autor Javier Valdés formuliert diesen Geisteszustand folgendermaßen:

"Wir atmen Narco-Luft. Sie verpestet den Alltag. Sie hat uns krankgemacht. Wir leiden an einer besonderen Form des Valemadrismo (setzt sich aus den spanischen Wörtern vale und madre zusammen und bedeutet so viel wie "scheißegal". Im Kontext des zitierten Abschnittes bezieht sich der Autor auf eine, seines Erachtens, typisch mexikanische Haltung der Gleichgültigkeit). An fehlendem Unrechtsbewusstsein und an totaler Gleichgültigkeit. Wir haben uns so sehr an unseren Zustand gewöhnt, dass wir ihn als völlig normal empfinden. Wir merken gar nicht mehr, wie schwer krank wir in Wirklichkeit sind." (Javier Valdés zitiert in Heufelder 2011, 34)

Die Lieder werden jedoch nicht nur verwendet, um ihre Hörer einzuschüchtern oder zu beeinflussen, sondern auch, zur Vermittlung von Botschaften. Ihre Inhalte gelten teilweise sogar als Regeln oder Lebensweisheiten. So schreiben Lieder, wie etwa Ajustes Inzunza von der Band Calibre 50 vor, wie man sich als Auftragsmörder oder gegenüber Kindern zu verhalten habe:

"Und vergesst nicht, Señores. Das Motto lautet, Kinder werden nie angerührt. Kinder sind prinzipiell unschuldig. Es ist eine Sache unter Erwachsenen. Hört ihr! Nur Große sind in sie verwickelt." (Calibre 50 zitiert in Heufelder 2011, 28)

3.2. Kinder in der Drogenszene

Die meisten Drogenbanden arbeiten, wie bereits in Kapitel 3.1 geschildert, eng mit den Narcocorrido-Bands zusammen. Die in Armut lebende Bevölkerungsschicht, vor allem Kinder und Jugendliche, sind damit sehr leicht zu beeinflussen. Nicht selten lernen sie bereits im Kindergarten die Narcocorridos auswendig. Während Kinder in Europa zu Superhelden aufblicken, lieben Kinder in Mexiko die Geschichten der Drogenbanden und verehren die Protagonisten wie Helden. Anstatt Räuber und Gendarm zu spielen, bevorzugen sie das Spiel der Zetas und Chapos, zweier verfeindeter Drogenkartelle. Doch es sind nicht nur die Lieder: Eltern haben mit ihrer Vorbildrolle den größten Einfluss auf die Kindheitsentwicklung.

Viele dieser Eltern in Mexiko sind selbst in die Drogenkriminalität verwickelt oder sogar Mitglieder diverser Kartelle. Das folgende Beispiel von Heufelder zeigt, wie der Drogenkrieg bereits auf die Kleinsten übergreift:

"Pass auf, wie du mit mir redest. Mein Vater ist Zeta‘, so drohte ein Zehnjähriger seiner Lehrerin, als sie ihn wegen seiner vergessenen Hausaufgaben ermahnte." (Heufelder 2011, 12)

Viele Heranwachsende eifern ihren Narco-Vätern nach, Das bringt ihnen Respekt von Mitschülern ein, was sie noch zusätzlich bestärkt. Manche prahlen vor ihren Klassenkameraden mit Videos oder Fotos von Morden und Schießereien und behaupten, selbst einem Kartell beitreten zu wollen. Das ist auch im Sinne vieler Eltern, die davon ausgehen, ihnen ihre Stellung in der jeweiligen Bande quasi vererben zu können. Dazu gehört, dass sie ihnen beibringen, auf Befehl Verbrechen auszuüben, indem sie ihren Nachwuchs etwa bei Folter und Mord zusehen lassen. Sukzessive halten sie ihre Kinder dazu an, mitzuhelfen und teilweise sogar selbst auf Menschen zu schießen. Darum ist es auch nicht unüblich, dass viele Schülerinnen und Schüler bereits im Alter von 14 die Schullaufbahn abbrechen, um sich einem Kartell anzuschließen.

Die Nähe zum Drogenmilieu wird allerdings nicht nur vom Elternhaus erzeugt. Es ist keine Seltenheit, dass auch Kinder, die aus sogenannten "rechtschaffenden" Familien stammen, zu Dealern werden. Vor allem Jugendliche aus konfliktreichen familiären Verhältnissen neigen verstärkt dazu kriminelle Wege einzuschlagen. Armut und Perspektivlosigkeit treiben Jugendliche leicht in die Fänge der Narcos. Dabei ist ihnen das gefährliche Umfeld, in das sie hineingeraten meist nicht bewusst, bis sie schließlich darin verstrickt sind und keine Möglichkeit mehr sehen dem Teufelskreis zu entfliehen. Für harmlose kleine Aufträge, wie zum Beispiel Kleindiebstähle aus offenen Autofenstern oder Taschen, erhalten sie Geld oder Marihuana als Belohnung.

Der Kontakt zu Kartellen entsteht sehr häufig über den Freundeskreis. Geachtete Männer in ihren Vierteln treten als Ersatzväter in Erscheinung und kümmern sich um die Jugendlichen, als wären es ihre eigenen Söhne. Im Zuge dessen bringen sie ihnen alles Wichtige bei, um ein Kartellmitglied zu werden. Die Jugendlichen verehren ihre Ersatzväter, weil ihnen ihre leiblichen Väter solche Perspektiven nicht bieten konnten. Als Beweis für Dankbarkeit und Respekt treten sie schließlich den Kartellen bei. (vgl. Heufelder 2011, 33 ff.)

3.3. Weitere Zielgruppen der Narcos

Im Zuge der Recherche hat sich herausgestellt, dass Drogenbanden gezielt in Gegenden Mitglieder rekrutieren, in denen es an Arbeitsplätzen mangelt. Für die arbeitslose Bevölkerung, präsentieren sich Kartelle als Option, ihrem Lebensstandard zu entfliehen. Gerade beschäftigungslosen Familienväter erscheint der Drogenhandel als eine einfache Möglichkeit, an Geld zu kommen und ihre Kinder zu ernähren.

Kleinbauern, die von Großkonzernen an den Rand ihrer Existenz getrieben wurden, sind besonders anfällig für die Verlockungen der Kartelle. Diese gewinnen effizienter Weise nicht nur neue Mitglieder, sondern auch die erforderlichen Anbauflächen, um die Drogenproduktion zu steigern. Die Bauern werden beauftragt, Opium oder Cannabis anzupflanzen, im Gegenzug erhalten sie einen minimalen Anteil des Geldes, das mit dem Verkauf der angebauten Droge verdient wird. Die Narcos gewährleisten zudem den Schutz vor anderen Kartellen und der Polizei, welche ihre Felder zerstören wollen, um dem Drogenhandel die Grundlage zu entziehen bzw. unerwünschte Konkurrenz auszuschalten. Trotz Versuchen die Drogenszene zu meiden, fühlen sich die Bauern gezwungen zu kooperieren. Andernfalls müssen sie damit rechnen, von den Kartellen verfolgt und bestraft zu werden. Die Sanktionen reichen von der Zerstörung der Felder und damit der wirtschaftlichen Existenz über Misshandlungen bis zu Mord.

Wie bereits mehrfach erwähnt, rekrutieren die Kartelle ihre Anhänger bzw. Arbeiter aus allen gesellschaftlichen Schichten. Die Menschen in der untersten Schicht sind diejenigen, die am leichtesten zu manipulieren sind. Sie erhalten keine Unterstützung vom Staat und sind deshalb auf die Arbeitsplätze der Kartelle angewiesen. Die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten locken auch Menschen aus der Mittelschicht, sich ihnen anzuschließen. Die Kartelle sichern sich ihren Einfluss durch Bestechung. Korruption durchzieht den gesamten Beamtenapparat von der Polizei über Richter und Staatsanwälte bis hin zu hochrangigen Politikern und Teilen des Militärs. Polizisten haben in Mexiko kein hohes Einkommen und sind daher besonders anfällig für die Angebote der Kartelle, in deren Dienst sie sich stellen. (vgl. Heufelder, 2011)

Auch meine Befragung unter mexikanischen Einwohnern ergab, dass mangelnde Schulbildung und Arbeitslosigkeit die häufigsten Ursachen für den großen Zulauf zu den Narcos sind. Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis, von dem lediglich die Kartelle profitieren. Die Narcos nutzen die Situation der ärmeren Bevölkerungsteile aus, finanzieren Schulen und Krankenhäuser und bieten somit neue Arbeitsplätze und Ausbildung für die Kinder. Hintergrund ist die Beruhigung des Volkes: Menschen, die nichts zu verlieren haben, beschweren sich. Im Gegenzug zu den kriminellen Machenschaften bieten sie also Bildung und Arbeit. Die Angst vor dem Verlust dieser, eigentlich in der Verantwortung des Staates liegenden Grundversorgungen, lässt die in Armut lebende Bevölkerung schweigen. Terror und Unsicherheit festigen die Macht der Kartelle. Heufelder vergleicht diesen Zustand, mit einem "Krebsgeschwür", welches sich in den Köpfen der Menschen ausbreitet. "Es gibt Leute, die von dem System, das der Narco installiert hat, bereits so sehr geprägt wurden, dass sie es nicht mehr in Frage stellen, sondern rechtfertigen." (Heufelder 2011,112)

3.4. Medienpräsenz des Drogenkrieges

Nicht nur Narcocorridos sind einflussreich. Es sind die Medien, die heutzutage den größten Einfluss auf die Menschen haben. Vor allem die Sozialen Netzwerke gewinnen stetig an Bedeutung. Über Online-Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter wird der Narco-Lifestyle verbreitet.

Die Kinder der Chapos (Drogenbosse) nutzen die Neuen Medien, um mit ihrem Reichtum zu prahlen und veröffentlichen Bilder und Videos von teuren Sportwägen, hübschen Frauen und vergoldeten Patronen, welche zu ihren goldverzierten AK-47-Schießgewehren passen. Die Ausschnitte aus dem Luxusleben sind Teil einer Machtdemonstration, die ihren Zweck erfüllt. Während Europäer dazu tendieren, sich vom Lifestyle der Hollywood-Stars beeindrucken zu lassen, haben für viele Mexikaner die Narco-Berühmtheiten Vorbildcharakter.

Aber nicht nur die Söhne und Töchter der Drogenbosse nutzen die mediale Aufmerksamkeit, um ihren Star-Status zu präsentieren. Den Narcos dienen Internetportale wie YouTube, um mit Videos von Leichen, Folterungen und Morden, die Angst der Menschen zu schüren. Die Botschaften sind eine Warnung, sich nicht mit den Kartellen anzulegen und verschaffen gleichzeitig den Respekt von konkurrierenden Dorgenbanden und der Bevölkerung. (vgl. ATV.pe 2016, TC 6:30)

Die Sozialen Medien sind einerseits für die Narcos von großem Nutzen, wenn es darum geht, ihre Macht zu präsentieren und Angst zu verbreiten. Andererseits setzen Staatsorgane die massenmediale Wirkung von YouTube und Co. auch gegen die Kartelle ein. Speziell das Militär nutzt YouTube und Nachrichtensender, um Erfolge im Kampf gegen den Drogenkrieg zu präsentieren. Videos dokumentieren militärischer Angriffe auf die Verstecke der Narcos und Festnahmen von Drogendealern. Der Bevölkerung soll dadurch vermittelt werden, dass der Staat die Situation im Griff habe.

Doch nicht nur das Militär, auch zahlreiche Journalisten demütigen die Drogenkartelle in den Medien und riskieren damit ihr Leben. Allein in den vergangenen 16 Jahren wurden mindestens 80 Journalisten verfolgt und ermordet. (vgl. Benini 2013, 221) Auf der fünfstelligen "Rangliste der Pressefreiheit", welche die Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen (ROG) erstellt, wird Mexiko derzeit mit Ländern wie Russland, Kolumbien, Venezuela und noch einigen afrikanischen und asiatischen Staaten in der vierten Kategorie "Difficult Situation" gelistet. Die Situation für Journalisten wird von der Organisation nur in Ländern wie China, Syrien, Libyen, Iran, dem Jemen und Saudi-Arabien als noch besorgniserregender gewertet. (vgl. Reporter ohne Grenzen, 2016)

3.5. Vergrößerung des Drogenmarktes

Das Drogengeschäft folgt, wie jedes andere, dem Konzept von Angebot und Nachfrage. Nicht nur die Dealer tragen zur der Ausbreitung des Drogenhandels bei, sondern auch die Konsumenten, die mit ihrer Nachfrage den Markt bestimmen. Wie bereits in Kapitel 2 erwähnt, spielen die USA in der Drogenszene eine Hauptrolle. Der US-Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) zufolge zählen die USA zu den Hauptlieferungsländern von Suchtgift aus Mexiko. Jährlich werden in den USA Drogen im Wert von rund 65 Milliarden Dollar konsumiert. Zudem kooperiert die organisierte Kriminalität in den USA mit den Narcos, indem sie Waffen und diverse militärische Ausrüstung nach Mexiko transportiert. Untersuchungen haben ergeben, dass rund 90 Prozent des mexikanischen Waffenarsenals aus den Vereinigten Staaten stammt. Diese Zahlen geben Anlass dazu, dass viele Mexikanerinnen und Mexikaner die Verantwortung für das Ausmaß des Drogenhandels bei den USA suchen. (vgl. planet-mexiko 2016)

Drogenkartelle in Mexiko

Der Drogenhandel in Mexiko wird durch etliche rivalisierende Kartelle kontrolliert.

4. Umgang des Staates mit dem Drogenkrieg

4.1. Polizeiliche Eingriffe

Wie bereits erwähnt, stellt der Drogenkrieg vor allem eine Auseinandersetzung zwischen den Ordnungskräften und dem organisierten Verbrechen dar (siehe Kapitel 2). Der Rechtsstaat ist korrumpiert. Beispielhaft für die herrschende Straflosigkeit steht der Fall der Menschenrechtsaktivistin María Isabel Miranda de Wallace, die die Meinung vertritt: "Wenn du in Mexiko als Bürger Gerechtigkeit willst, dann musst du selbst Untersuchungen anstellen." ür das, vieler mexikanischer Frauen. Ihr Sohn wurde entführt und getötet. Von der Polizei konnte sie keine Unterstützung bei der Aufklärung des Falls erwarten. Wie viele Angehörige von entführten und ermordeten Familienmitgliedern, nahm sie die Ermittlungen selbst in die Hand. Viele Eltern suchen tagelang die Straßen nach Zeugen ab, welche die Entführungsopfer eventuell gesehen haben könnten. Sie verteilen Flyer in Märkten, Krankenhäusern, Clubs, usw. Als Miranda ihren Sohn in einem abgelegenen Haus tot auffand, alarmierte sie die Polizei, die in der Folge nichts unternommen hat. Später erfuhr sie, dass der Anführer der Entführer selbst Polizist ist. (vgl. Schaaf 2010, TC 49:00)

Solche Fälle sind in Mexiko keine Seltenheit. Laut Schätzungen der NGO Kommission für Gesetz und Menschenrechte (Eine Non-Governmental Organisation, eine private, die unabhängig von Staat und Regierung gesellschaftliche Interessen vertritt), sind bei 70 bis 80 Prozent aller Entführungen Polizisten, Ex-Polizisten oder Militärs beteiligt (vgl. Benini 2013, 205). María Isabel Miranda de Wallace ist heute Präsidentin der Organisation Alto al Secuestro (deutsch: "Stoppt die Entführungen"). Studien der Organisation haben ergeben, dass in Mexiko alle drei Stunden eine Person entführt wird. Im Jahr 2014 entsprach dies insgesamt 951'000 Entführungen. (vgl. Milenio Digital 2014) Miranda de Wallace' Fall zeigt, warum die Polizei häufig nichts gegen die Verbrechen unternimmt. Im folgenden Abschnitt sollen die Ursachen für Gesetzes- und Straflosigkeit im Detail beleuchtet werden.

4.2. Korruption

Mexiko verfügt über drei verschiedene Polizeieinheiten: die städtische Polizei, die Ministerialpolizei auf Länderebene und die Bundespolizei. Dennoch sind die Ordnungskräfte offensichtlich nicht in der Lage, die Menschen vor Entführungen zu schützen. Zur Stärkung der Exekutive, erfolgt die Zusammenlegung der drei Sicherheitsbehörden. Zusätzlich besteht eine weitere Polizeibehörde, die so genannte CIPOL, die den Schutz der Bürger gewährleisten soll. Die CIPOL versteht sich als staatliche Investigations-, Präventions-, Organisations- und Logistikeinheit. Es ist jedoch fraglich, ob die Einrichtung dieser Zusatzeinheit tatsächlich dazu beiträgt, mehr Verbrechen aufzuklären, oder ob es dadurch nur zu mehr Verwirrung bezüglich der Zuständigkeit beiträgt. So kommt es beispielsweise häufig vor, dass an einem Tatort gar keine Polizei erscheint. Grund dafür kann die Angst vor einer Rückkehr der Täter sein, die allfällige Spuren entfernen möchten. Doch ist auch davon auszugehen, dass die Ermittler selbst in Bluttaten verwickelt sind. Unter dem Deckmantel, der Fall gehöre in den Zuständigkeitsbereich anderer Behörden, verweigern sie das Verbrechen zu untersuchen oder präsentieren den Angehörigen vermeintliche Täter, um die eigentlichen Kriminellen zu schützen. Die Polizei genießt keinen besonders guten Ruf in Mexiko. Großteils werden die Einheiten der Gemeindepolizei und die Corps der einzelnen Bundesstaaten, von der mexikanischen Bevölkerung, als sehr korrupt eingestuft.

Ihr Motiv ist das Geld. Ein mexikanischer Gemeindepolizist verdient im Durchschnitt 5500 Pesos (etwa 270 Euro) im Monat. Das reicht im Allgemeinen nicht aus, um die Lebenserhaltungskosten zu decken. Die Zusammenarbeit mit den Kartellen stellt für sie eine weitere Verdienstmöglichkeit dar. Nicht nur die Narcos nutzen die Bestechlichkeit der Beamten. Auch Bürger machen kleinere Gesetzesverstöße, wie zu schnelles Fahren oder Diebstahl, im Zuge einer Mordida (ein Bissen, damit wird etwas Geld, als Entschädigung einer Tat gemeint) ungeschehen. Bestechung ist für die Kartelle zwar kostspielig, gleichzeitig können sie sich damit aber eine gewisse Immunität gegen Strafverfolgung erkaufen. Die mexikanische Gesellschaft ist die Leidtragende in diesem Kreislauf der Straflosigkeit.

Daraus resultiert Misstrauen gegenüber den Gesetzeshütern, die schließlich in gleichem Maße gefürchtet werden wie die Narcos. Entführungen, Folterungen, Tötungen oder Vergewaltigungen durch Polizisten sind gängige Praxis in vielen Teilen Mexikos (vgl. Benini 2013, 205f). Das Latinobarómetro, eine Organisation NGO mit Sitz in Santiago de Chile, die Befragungen in Lateinamerika durchführt, gibt an, dass mehr als 70 Prozent der Mexikaner wenig oder kein Vertrauen in die Polizei haben (vgl. Latinobarometro, 2015). Auch meine Umfrage ergab ähnliche Ergebnisse. Die Mehrheit der befragten Personen vertrauen ihrer örtlichen Polizei wenig oder so gut wie gar nicht, mit einer Ausnahme: Einer der Befragten erklärte mir, dass es in seiner Gegend, Monterrey, so gut wie keine Probleme mit der Polizei gibt. Seiner Aussage zufolge vertrauen die meisten Personen in dieser Region den Ordnungskräften und dem Militär "zu 100 Prozent".

Eine logische Schlussfolgerung könnte sein, dass die Korruptionsrate je nach Region unterschiedlich ist. Allerdings kann man diese Behauptung nicht verallgemeinern, da nur eine der zehn befragten Personen dieser Meinung war.

4.3. Maßnahmen des Staates gegen die Korruption

Man kann der mexikanischen Regierung nicht vorwerfen, dass sie nichts gegen die oben beschriebenen Zustände unternimmt. Abgesehen von polizeiinternen Umstrukturierungen (siehe Kapitel 4.2) sind noch zwei Maßnahmen wesentlich: Erstens werden die Polizeibeamten verschiedenen Kontrollen unterzogen und zweitens bemüht man sich um eine Verbesserung ihrer Ausrüstung. Bei den Kontrollen werden die Beamten mittels Urintests auf Drogenkonsum hin überprüft. Die allgemeine Zuverlässigkeit der Polizisten wird anhand von Lügendetektoren getestet. Es ist allerdings fraglich, inwieweit solche Überprüfungen verlässliche Ergebnisse liefern. Sowohl die Verwendung von Lügendetektoren als auch Überprüfungen anhand eines Urintests sind umstritten, da sie leicht manipulierbar sind.

Auf Basis der genannten Untersuchungen wurden 2012 in den Bundesstaaten Sonora und Zacatecas mehr als 50 Prozent in Coahuila 40 Prozent und in Jalisco 35 Prozent der überprüften Beamten entlassen. Von den besser bezahlten Agenten der Bundespolizei erwiesen sich hingegen nur zehn Prozent als zu wenig vertrauenswürdig.

Daraus ergibt sich, dass die Zahl der Polizeikräfte in manchen Gebieten sehr stark reduziert wurde. Auch wenn die noch im Dienst stehenden Beamten als zuverlässig eingeschätzt werden, sind sie schon aufgrund dieser zahlenmäßigen Schwächung nicht in der Lage, es mit den kriminellen Drogenorganisationen aufzunehmen. (vgl. Benini 2013, 205f.)

Da sich herausgestellt hatte, dass die Polizei den Narcos auch waffentechnisch unterlegen war, beschloss die Regierung, die Ausrüstung zu verbessern. Es ist gelungen, effizientere Waffen der deutschen Firma Hekler und Koch zu beschaffen. Die Waffen gerieten jedoch in die Hände der kriminellen Organisationen. Dazu dürfte die weit verbreitete und tief verwurzelte Korruption geführt haben. (vgl. Beck/Harrich, 2015)

Polizist in Guadalajara

Eine hohe Polizei-Präsenz soll der mexikanischen Bevölkerung Sicherheit bieten.

5. Erfahrungen der lokalen Bevölkerung anhand einer Umfrage

Im Rahmen dieser Arbeit habe ich eine Umfrage zum Thema Drogenkriminalität unter Mexikanern durchgeführt. Die Ergebnisse zog ich aus einem Fragebogen, mit 21 Fragen, den ich selbst zusammengestellt und ihn via E-Mail an Bekannte und Familienmitglieder geschickt habe. Befragt wurden zehn Personen im Alter von 17 bis 64 Jahren, fünf Frauen und fünf Männer. Fast die Hälfte davon lebt im Bundesstaat Mexiko, der Rest verteilt auf Mexiko-Stadt, Quintana Roo und Monterrey. Die meisten von ihnen leben in der jeweiligen Region bereits seit über 20 Jahren.

Aufgrund der unterschiedlichen Wohnorte der Befragten, konnte ich feststellen, dass die Drogenkriminalität in Mexiko vom Ort und dem Einkommen der Menschen abhängig ist. Laut der Befragten sind besonders Regionen wie der Bundesstaat Mexiko, Mexiko-Stadt, Michoacan, Tamaulipas Guerrero, Jalisco und weitere Zonen besonders für ihre Drogenkriminalität und für das organisierte Verbrechen bekannt. Zusammengefasst betrifft das vor allem den Norden und den Westen Mexikos. Dieses Ergebnis stimmt auch mit meinen bisherigen Recherchen überein. Während sich drei der Personen, vor allem die jüngeren unter ihnen, kein Leben ohne Korruption und tägliche Kriminalität vorstellen können, erinnert sich der Rest an die Zeit, in der sie sich noch keine Sorgen um ihr Leben machen mussten. Bei den meisten ist das allerdings zehn bis 20 Jahre her. Besonders am Abend fürchten die meisten, ihr Haus zu verlassen, aus Angst vor Entführung, Vergewaltigung oder einem Überfall. Sie meiden unbewachte städtische Zonen und Gegenden, die als gefährlich eingestuft werden.

Die Frage, ob der Staat gegen die Drogenkriminalität vorgehe, wurde mehrheitlich verneint. Allerdings waren drei der Befragten der Ansicht, dass es Bemühungen des Staates gebe, diese allerdings nicht ausreichen würden. Dafür sei insbesondere die Korruption im Polizeiapparat verantwortlich. Auf einer Skala von eins bis zehn misstrauen fast alle Personen vollkommen der Polizei, und das obwohl die Polizeipräsenz, laut der Befragten, in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hat. Der Grund dafür sei die Korruption. (siehe Kapitel 4.2) Alle Befragten gaben an, bereits persönliche Erfahrung mit bestechlichen Beamten gemacht zu haben.

Außerdem fühlen sich acht der zehn Befragten bei der Anwesenheit von Polizisten nicht sicher. Erstens, weil die Beamten nicht ausreichend ausgerüstet seien, um sie vor einem plötzlichen Übergriff zu schützen, und zweitens, weil die Personen Angst haben, dass die anwesenden Polizisten selbst Teil des Verbrechens sein könnten.

Weniger eindeutig waren die Angaben zur Ein- und Ausreise in Mexiko. Während einige der Meinung sind, dass sich die Kontrollen, vor allem bei der Ausreise, verschärft hätten, sind andere der Ansicht, dass die Einreise nach Mexiko im Vergleich zu anderen Ländern viel zu einfach sei und der Drogenschmuggel dadurch begünstigt werde.

Bei der Frage, ob die Personen selbst bereits mit irgendeiner Art von Drogenkriminalität konfrontiert wurden, berichteten vier der zehn Befragten von Ereignissen, die sie selbst miterlebt oder gehört hatten. Einer Frau wurde nahegelegt, Drogen zu verkaufen. Als sie sich weigerte, hatte sie Angst, dazu gezwungen oder getötet zu werden. Die Männer hatten wahrscheinlich Mitleid mit ihr und ließen sie gehen. Ein anderer schilderte die Entführung eines Freundes. Die Familie bezahlte das Lösegeld und er wurde freigelassen. Er betont, dass nicht alle Entführungen so positv enden. Das bestätigte die Erfahrung einer weiteren Befragten, deren Cousine entführt worden war. Ihren Schilderungen zufolge fragen Narcos den Vater, ob sie das offenbar hübsche Mädchen mitnehmen dürften. Als dieser verneinte und sich die Familie auf dem Heimweg auf der Autobahn befand, wurde das Auto plötzlich von mehreren Autos umstellt. Kartellmitglieder zerrten das Mädchen aus dem Wagen. Seither ist das Kind verschwunden. Der letzte Befragte berichtet, dass in seiner Straße eines Morgens eine Leiche lag. Der Körper des Toten war übersäht von den Spuren tagelanger Folter.

Trotz dieser Erfahrungsberichte, gaben nur drei der zehn Umfrageteilnehmer an, dass die Drogenkriminalität ihren Alltag beeinflusse. Dieses Ergebnis deckt sich jedoch mit der Einschätzung, dass manche Orte stärker von der Kriminalität betroffen sind als andere. Jene drei Personen, die sich augenscheinlich stärker beeinträchtigt fühlen, gehören der sozialen Mittelschicht an. Die finanzielle Situation und die damit verbundene Wahl der Wohngegend dienen dementsprechend als Indikatoren inwieweit das Drogengeschäft in den Alltag der Zivilbevölkerung reicht. Obwohl die Emigration in den vergangenen Jahren etwas nachgelassen hat, verlassen immer noch viele Mexikaner täglich ihr Land. Fehlende Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitslosigkeit sind laut den Befragten die Ursachen für die Auswanderung. Eine Befragte bemerkte zudem, dass aufgrund der Unsicherheit und hohen Verbrechensrate vielen Mexikanern die Identifikation mit ihrer Heimat zunehmend schwerfallen würde. Anstatt sich für eine Verbesserung der Situation im Land zu engagieren, würden immer mehr Mexiko den Rücken kehren.

Die Fragestellung in Bezug auf die Medienberichterstattung brachte ebenfalls unterschiedliche Ergebnisse hervor. Bei der Frage, wie oft die Drogenkriminalität in den Medien präsent ist, fällt die Wahrnehmung sehr unterschiedlich aus. Manche registrierten täglich, andere wöchentlich oder monatlich und manch einer sogar keine Beiträge und Artikel, die das Thema problematisierten. Vier der befragten Personen waren allerdings überzeugt davon, dass die Narcos die Medien zu ihrem Vorteil beeinflussten. Erkennbar sei dies an der Zurückhaltung von Informationen gegenüber den Medienvertretern vonseiten gekaufter Statthalter oder anderer Beamten. Nicht nur Medien beeinflussen die Bevölkerung. Wie bereits in Kapitel 2 erwähnt, üben vor allem die Narcocorridos großen Einfluss auf die Bevölkerung aus. Sieben Personen teilen diese Ansicht. In den Narcocorridos würde eine zerstörerische Weltsicht verherrlicht und, insbesondere an Jugendliche, zur Nachahmung vermittelt. Einige der Befragten sind allerdings der Meinung, dass dieser negative Einfluss der Lieder überschätzt werde und diese im Grunde nichts mit dem Narcotráfico zu tun hätten.

Die abschließende Frage fokussierte auf die Motive, sich einem Kartell anzuschließen. Die Antworten deckten sich nahezu mit jenen der Auswanderungsgründe: Fehlende Bildungs- und Berufschancen und Armut sind ausschlaggebend für den Beitritt zu einem Kartell. Leicht verdientes Geld und die Erlangung einer Machtposition locken ebenfalls (siehe Kapitel 3).

Auffällig war, dass die meisten Befragten in fast allen Fragen übereinstimmender Ansicht waren. Aufgrund vorheriger Recherchen waren die Ergebnisse der Befragung zwar nicht überraschend, die Unzufriedenheit und das Unsicherheitsgefühl der Mexikaner im eigenen Land waren dennoch erschreckend.

Mexikaner nach einem Gottesdienst

Die mexikanische Bevölkerung ist verunsichert und wünscht sich vor allem endlich Frieden.

6. Die Folgen des Drogenkrieges

6.1. Soziale Folgen

Der Drogenkrieg hinterlässt Spuren in allen Bereichen des Alltags der Zivilbevölkerung, egal ob sie sich auf der Straße befindet, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, beim Abwickeln von Bankgeschäften bis hin zu den höchsten Rängen der Politik. Der Journalist und Autor Javier Valdés beschreibt in Heufelder:

"Der Narco ist überall. Egal, wohin du blickst. Er schläft mit dir im Bett. Er sitzt mit dir am Frühstückstisch. Du schlägst die Zeitung auf. Er ist da. Du sperrt dich in den teuersten Vierteln von Culiacan ein, in Almos oder Primavera. Der Narco ist schon da. Du kannst dich drehen und wenden wie du willst. Der Narco ist da."

Damit möchte er die Präsenz des Drogenkrieges im Leben vieler Mexikaner ausdrücken. Trotz aller Bemühungen sehen sie keinen Ausweg aus der täglichen Kriminalität (vgl. Heufelder 2011, 34).

6.2. Wirtschaftliche Folgen

Die Begleiterscheinungen des Drogenkrieges schädigen mitunter auch den Tourismus. Mexiko war viele Jahre lang ein sehr begehrtes Urlaubsziel für Menschen aus aller Welt. Heute stehen hunderte von Hotels leer. Niemand möchte ein Land besuchen, in dem die Entführungsrate von Jahr zu Jahr steigt. Touristen befürchten, Opfer des "Drogenkrieges" zu werden. Auch die Zahl der Teenager, die für den Springbreak aus den USA nach Mexiko kommt sinkt. Vor allem junge Mädchen überlegen sich diese Reise sorgfältig. Immerhin gehört Frauenhandel zu den Haupteinnahmequellen der Drogenkartelle. Ganze Städte und Dörfer, die hauptsächlich oder ausschließlich vom Tourismus lebten, sind heute verlassen.

Viele Menschen leiden unter der Armut, die sich über Mexiko ausgebreitet hat. Die wirtschaftliche Not bewirkt, dass sich der Teufelskreis der Kartelle (siehe Kapitel 3) immer schneller dreht. (vgl. Smets 2011)

6.3. Politische Folgen

Der mexikanische Sozialstaat ist sehr schwach ausgebaut. Die ärmere Bevölkerungsschicht erhält keinerlei staatliche Unterstützung. Die Menschen fühlen sich vergessen und für ihre Lage selbst verantwortlich gemacht. Die Regierung vertritt die Position, dass jene, die sich ins Drogenmilieu verwickeln lassen, auch für die Konsequenzen selbst aufkommen müssten.

Nicht jedes Opfer des Drogenkrieges war allerdings auch daran beteiligt. Jeder, der sich zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort befindet, kann dem Narco bei einer Geiselnahme, Entführung oder Schießerei zum Opfer fallen. Diese Ungewissheit und die fehlende Sicherheit im Land führen zu einer großen Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Das sinkende Vertrauen in den Staat sowie der Machtzuwachs krimineller Organisationen stellen die Demokratie auf die Probe. Paradoxerweise lag die Wahlbeteiligung bei den Präsidentschaftswahlen 2012 trotz allen Misstrauens in dem Staat, bei 71 Prozent. (vgl. latinobarometro, 2015) Zum Vergleich: In Österreich lag die Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang der Bundespräsidentenwahl 2016 bei 68,5 Prozent. (vgl. Wahlbeteiligung, 2016)

Daraus lässt sich schließen, dass die Bevölkerung Mexikos immer noch Hoffnung in die Demokratie setzt. Obwohl Mexiko vom Drogenkrieg beherrscht wird (siehe Kapitel 3.3), vertraut die Bevölkerung darauf, dass sich an diesem System etwas ändert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation nach den kürzlichen Präsidentschaftswahlen beim einflussreichen nördlichen Nachbarn Mexikos, den USA, entwickeln wird.

Der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, vertritt die Meinung, dass die illegale Einwanderung von Mexikanern in die USA nicht weiter geduldet werden dürfe. Zum Schutz seines Landes plant Trump eine Mauer entlang der gesamten Grenzlinie zwischen Mexiko und den USA zu errichten. Mit diesem Vorhaben Trumps ist zudem die Hoffnung verknüpft, den Drogenhandel zu stoppen. (vgl. BBC News, 2017) Ob der US-Präsident seine Ankündigung wahrmacht und wie sich dieses Projekt auf die Wirtschaft der beiden Länder auswirken wird, ist schwierig abzuschätzen. Immerhin profitierten bisher auch die USA von den Wirtschaftsbeziehungen mit Mexiko.

Das gilt auch für die illegalen Geschäfte. US-Amerikaner sind die Hauptabnehmer mexikanischer Drogen, gleichzeitig liefern sie ihre Waffen nach Mexiko. Dass die USA in diesem Zusammenhang nicht nur mit Mexiko im Kampf gegen die Drogen kooperieren, sondern US-Drogenbanden den Drogenkrieg als Abnehmer und Waffenlieferanten zusätzlich anfachen, wird von US-amerikanischer Seite nicht thematisiert. Überdies würde Trumps Forderung, dass Mexiko für die Kosten seiner Mauer aufkommen müsse, den ohnehin verschuldeten Staat wirtschaftlich vernichten und sämtliche Handelsvereinbarungen zwischen den Nachbarländern brechen. Nicht zuletzt würden Mexikanerinnen und Mexikaner von einer derartigen Mauer daran gehindert, ihr Land, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für sich oder ihre Kinder in den USA, zu verlassen.

Sicherheit für Mexikos Tourismus

Als Folge des Drogenkrieges leidet das Image von Mexiko als Tourismus-Destination.

7. Konklusion

Im Rahmen der vorliegenden Vorwissenschaftlichen Arbeit wurden die Entstehung und Verbreitung der Drogenkartelle in Mexiko erläutert. Neben dem frühen Einfluss von China, das den illegalen Drogenhandel in Mexiko eingeführt und etabliert hat, trägt vor allem die Armut und Perspektivenlosigkeit der Bevölkerung zur Expansion der Kartelle bei. Leicht manipulierbare Menschen, wie Kinder, Kleinbauern oder Arbeitssuchende werden von kriminellen Drogenbanden unterjocht. Ihnen bleibt oft keine Wahl, als sich den Kartellen zu unterwerfen oder sich ihnen anzuschließen. Viele Mexikanerinnen und Mexikaner nehmen ihr Schicksal stillschweigend in Kauf.

Die Recherchen haben gezeigt, dass sich vor allem die Jungen nicht an ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben ohne tägliche Gewaltexzesse erinnern. Bereits im Kindesalter werden sie, unter anderem mithilfe bekannter Narcocorridos, darauf abgerichtet, die Drogenbosse wie Volkshelden und Retter aus der Not zu verehren. Die Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber den Akteuren des Drogenkriegs zeigt sich am deutlichsten im Zusammentreffen mit einem korrupten Beamten- und Regierungsapparat. Die Bevölkerung erhält gegenwärtig in Mexiko weder Sicherheit noch Gerechtigkeit. Dennoch gibt die Regierung zumindest scheinbar vor an Lösungen im Kampf gegen die Drogenkartelle zu arbeiten.

Das Ziel dieser Arbeit, die Auswirkungen des Drogenkrieges auf die Bevölkerung zu erfassen, wurde durch eine Umfrage unter zehn Mexikanerinnen und Mexikaner erreicht. Die im Zuge dieser Recherchen gewonnene Einsicht in das Alltagsleben der Befragten, gab den Blick auf eine für Europäer erschreckende Wirklichkeit frei. So meiden es viele Mexikaner, sich abends allein auf den Straßen aufzuhalten. Gewisse Straßen und Orte sind fest in krimineller Hand. Entsprechend den Resultaten von Literatur- und Onlinerecherchen vertrauen auch die befragten Personen keineswegs auf die Kompetenz der Polizei. Der allgemeine Tenor lautet, dass die Polizisten zu korrupt und zu unzuverlässig sind, als dass sie der Bevölkerung Schutz bieten könnten.

Der Rückgang des Tourismus in Mexiko ist für die Umfrageteilnehmer spürbar. Gleichzeitig wächst die Zahl der Urlauber und die Einwanderung von Personen aus anderen Latein amerikanischen Ländern, wie Kuba oder Venezuela.

Nicht zu vergessen sind die erheblichen wirtschaftlichen und politischen Folgen des Drogenkriegs. Die wachsende Gefahr in Mexiko schadet dem Image des Landes massiv. In der Folge meiden immer mehr Reisende Mexiko als Urlaubsziel. Der Tourismus, von dem viele Orte in Mexiko abhängig sind, ist extrem eingebrochen.

Auch politisch hat Mexiko große Hürden zu bewältigen. Der 2016 gewählte US-Präsident Donald Trump, arbeitet an der Ausgrenzung der mexikanischen Bevölkerung aus den Vereinigten Staaten von Amerika, die er mithilfe einer Grenzmauer erreichen möchte. Damit nimmt er den traumatisierten Einwohnern die letzte Hoffnung auf einen Zufluchtsort und eine bessere Zukunft.

Im Zuge der intensiven Beschäftigung mit dem mexikanischen Drogenkrieg bin ich auch auf eventuelle Lösungswege gestoßen, deren Umsetzung den Drogenhandel und dessen katastrophale Folgen für die Bevölkerung und die Wirtschaft verringern könnten. Dafür müssten seitens der Regierung effektivere Anti-Korruptionsmaßnahmen, vor allem die Bestechung von Polizisten in den kleineren Bundesstaaten betreffend, unternommen werden. Staatsgelder sollten zudem in erster Linie in Schulbildung und Krankenhäuser investiert werden. Kinder und Jugendliche sind die Erben der Gewalt. Daher müssen für sie Perspektiven geschaffen werden, um sie von der Straße zu holen und sie für Weiterbildung zu motivieren. Denn bisher sichert die Armut der Bevölkerung den Kartellen ihre Macht.

Das Ende der weitverbreiteten Korruption und des Drogenkrieges zu erreichen ist unmöglich, jedoch ist jede Maßnahme die gegen die Narcos unternommen wird ein großer Schritt in eine Zukunft in der man der Bevölkerung wieder etwas Schutz und Vertrauen bieten kann.

8. Literaturverzeichnis

Drogen, Krieg, Mexiko: Der gefährlichste Ort der Welt

Buch: Drogen, Krieg, Mexiko  von Sandro Benini

Autor: Sandro Benini
Verlag: Echtzeit Verlag
ISBN: 978-3905800685
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 256
Preis: ca. EUR 28.-
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Drogenkorridor Mexiko: Eine Reportage

Buch: Drogenkorridor Mexiko von Jeanette Erazo Heufelder

Autor: Jeanette Erazo Heufelder
Verlag: Transit Buchverlag
ISBN: 978-3887472597
Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 240
Preis: ca. EUR 19.80
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Historia del Narcotráfico en México

Buch: Historia del Narcotráfico en México von Guillermo Valdés Castellanos

Autor: Guillermo Valdés Castellanos
Verlag: Aguilar
Sprache: Spanisch
ISBN: 978-6071127143
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 208
Preis: ca. EUR 19.45
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Internet

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Wien-Konkret Medien GmbH (2016): wahlbeteiligung.at. [Online] www.wahlbeteiligung.at/bundespraesidentenwahlen.html